Russische Justiz beschlagnahmt Besitz und Konten von Regisseur Serebrennikow

Die russische Justiz hat die Beschlagnahmung der Besitztümer und Konten des unter Hausarrest stehenden Regisseurs Kirill Serebrennikow veranlasst. Neben Bargeld und ausländischen Devisen seien auch die Wohnung und das Auto des Künstlers beschlagnahmt worden, sagte eine Sprecherin des zuständigen Gerichts in Moskau.

Serebrennikow wird in einem umstrittenen Verfahren vorgeworfen, zwischen 2011 und 2014 fast eine Million Euro an öffentlichen Geldern veruntreut zu haben. Der Leiter des Moskauer Gogol-Jugendtheaters, der mehrmals am berühmten Bolschoi-Theater inszenierte, bezeichnete die Vorwürfe als "absurd". Zahlreiche russische und internationale Künstler sprachen Serebrennikow ihre Unterstützung aus.

Nach Angaben der Gerichtssprecherin wurden mehr als 360.000 Rubel (rund 5200 Euro) und 60.000 Euro auf Bankkonten sowie mehr als 4000 Dollar (rund 3500 Euro) Bargeld konfisziert. Ob es sich bei der beschlagnahmten Wohnung um die derzeitige Unterkunft des unter Hausarrest stehenden Serebrennikow handelte, sagte die Sprecherin nicht.

Obwohl Serebrennikow sich nie offen gegen Präsident Wladimir Putin stellte, kritisierte er immer wieder den wachsenden Druck auf die russische Künstlerwelt. Mit seinen Inszenierungen, die sich mit Politik, Religion oder Sexualität befassen, wurde Serebrennikow zur Zielscheibe von Behörden und orthodoxer Geistlichkeit.

Der europaweit bekannte Theater- und Filmregisseur wurde in der Nacht zum 22. August verhaftet und unter Hausarrest gestellt. Im Oktober verlängerte ein Moskauer Gericht den Arrest bis Januar.