Russische Armee kündigt Zone zur Konfliktvermeidung in Nordsyrien an

General Rudskoj im Moskauer Verteidigungsministerium

Die russische Armee hat die Schaffung einer Zone zur "Konfliktvermeidung" im Norden Syriens bekannt gegeben. General Sergej Rudskoj vom russischen Generalstab sagte am Mittwoch, die Stationierung syrischer Soldaten und russischer Militärpolizisten im Gebiet von Tal Rifaat nördlich von Aleppo solle "Provokationen und mögliche Zusammenstöße" zwischen der vom Westen unterstützten Freien Syrischen Armee (FSA) und kurdischen Kämpfern verhindern.

Die bewaffneten kurdischen Formationen verließen die Zone nach Angaben des Generals. Ihren Platz hätten syrische Regierungseinheiten eingenommen. Auf diese Weise könne die Umsetzung des vereinbarten Waffenstillstands überwacht werden, sagte Rudskoj.

"Linien zur Konfliktvermeidung" bestehen auch zwischen syrischen Regierungstruppen und den US-gestützten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), deren Rückgrat die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bilden. Es gibt solche Zonen ebenfalls zwischen den USA und Russland zur Vermeidung von Zwischenfällen im Luftraum über Syrien.

Die YPG-Führung hatte im August mitgeteilt, es sei eine Einigung erzielt worden , wonach "russische Beobachter" im Gebiet um die Stadt Tal Rifaat stationiert würden. Nach Angaben der russischen Armee kehrten nach dem Ende der Kämpfe in der Region mehr als 400 Zivilisten in die Stadt zurück, die einst als Hochburg der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) galt.

Russische Militärpolizisten bezogen bereits Stellung im Süden Syriens, in Ost-Ghuta bei Damaskus und in einigen Gebieten der zentralen Provinz Homs. Die dortigen Deeskalationsgebiete sollen zu einem dauerhaften Waffenstillstand in dem vom Krieg gebeutelten Land beitragen. Seit dem Beginn des Konflikts in Syrien im Frühjahr 2011 sind nach UN-Schätzungen mehr als 330.000 Menschen getötet worden.

Der UN-Vermittler für Syrien, Staffan de Mistura, sagte unterdessen in Genf, die einzige Aussicht auf eine Beilegung des Konflikts bestehe in einem politischen Dialog und einer Verhandlungslösung. Die syrischen Regierungsgegner sollten zu der in kommenden Monat in Genf vorgesehenen Verhandlungsrunde mit einer einzigen Delegation antreten. Diese solle von Angesicht zu Angesicht mit der Abordnung aus Damaskus verhandeln.

Die größte Gruppe der Regierungsgegner, das von Saudi-Arabien unterstützte Hohe Verhandlungskomitee (HNC), besteht auf dem Rücktritt des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad als Vorbedingung für Verhandlungen. Andere Regierungsgegner wie die sogenannten Plattformen von Moskau und Kairo treten gemäßigter auf.