Russen-Urteil spaltet Tischtennis-Welt

Russen-Urteil spaltet Tischtennis-Welt
Russen-Urteil spaltet Tischtennis-Welt

Die anhaltende Hängepartie um das Russen-Urteil in der Tischtennis-Champions-League hält den abgesetzten Sieger Borussia Düsseldorf weiter in Atem.

„Das ist ein schweres Thema“, sagte Europameister Timo Boll vor dem Bundesliga-Finale der Rheinländer am Samstag (14.00 Uhr/Sport1) gegen Pokalsieger 1. FC Saarbrücken in einem Interview für die Liga-Homepage: „Ich bin gespannt, ob das Urteil auf die gesamte Sportwelt Auswirkungen haben wird.“

Der Europa-Verband ETTU hatte vor bald einem Monat bei seinem unabhängigen Sportgericht BoA die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt.

Tischtennis: Russland-Teams spielen wieder Champions League

Zuvor hatte das BoA Düsseldorfs Einsetzung als Gewinner der Königsklasse für nichtig erklärt und zugleich die nachträgliche Wiederzulassung von zwei russischen Halbfinalisten angeordnet.

Demnach hätten UMMC Jekaterinburg und Fakel Orenburg, für das der deutsche Olympia-Dritte Dimitrij Ovtcharov aufgeschlagen hatte, nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht als Vertreter Russlands behandelt und sanktioniert werden dürfen.

Düsseldorf hatte schon vor seinem Einzug ins Endspiel und seiner nachfolgenden Ernennung zum Sieger des Wettbewerbs klargestellt, wegen Russlands Invasion keinesfalls gegen eine russische Mannschaft anzutreten.

Einen mittlerweile von der ETTU-Spitze offenbar als Ausweg aus dem möglichen Dilemma ins Gespräch gebrachten Abbruch des zurückliegenden Wettbewerbs ohne Sieger lehnt Borussen-Manager Andreas Preuß ab.

Boll: Boykott der Champions League möglich

"Man kann doch schlecht eine Mannschaft dafür bestrafen, dass ein anderes Land einen Krieg anfängt und deswegen mit seinen Vereinen nicht mehr an internationalen Wettbewerben teilnehmen kann. Wir sind in dieser Saison als einziger Finalist immerhin die am weitesten platzierte Mannschaft gewesen", begründete Preuß auf SID-Anfrage die sportlich wie ethisch unverrückbare Position des deutschen Rekordmeisters.

Einen Düsseldorfer Boykott der nächsten Champions League für den Fall einer juristischen Durchsetzung der Teilnahme von Teams aus Russland ließ Boll unterdessen vor der Fahrt seiner Mannschaft zum Bundesliga-Finale in Frankfurt offen: „Wir warten die jetzige Entscheidung ab“, meinte der WM-Dritte: „Es gibt aktuell noch zu viele Fragezeichen.“


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