Rupert Stadler bleibt vorerst im Gefängnis


Der in Untersuchungshaft sitzende Audi-Chef Rupert Stadler bleibt vorerst hinter Gittern. Das Amtsgericht München hat eine Haftbeschwerde des Managers dem übergeordneten Landgericht zur Entscheidung vorgelegt. Das sagte ein Sprecher des Münchner Amtsgerichts am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der beurlaubte Audi-Vorstandschef sitzt seit Mitte Juni der JVA Augsburg-Gablingen in Untersuchungshaft. Es steht der Vorwurf im Raum, dass der Spitzenmanager Einfluss auf Zeugenaussagen seiner Untergebenen zum Dieselskandal nehmen wollte. Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte im Laufe der Ermittlungen sowohl die Unternehmenszentrale als auch Stadlers Wohnhaus durchsucht.

Die Chancen, dass er die Justizvollzugsanstalt noch vor dem Ende des Sommers wieder verlassen kann, sind auf ein Minimum gesunken. Zu Beginn hoffte Stadler noch, durch seine Bereitschaft, gegenüber der Staatsanwaltschaft auszusagen, seine Freiheit schnell wiedergewinnen zu können. In den vergangenen Tagen aber hat der Topmanager resigniert. Stadler habe „sich entschieden, vorerst nicht weiter auszusagen“, so Oberstaatsanwältin Andrea Mayer auf Nachfrage des Handelsblatts.


Bisher hält der VW-Konzern noch an Stadler fest. Er ist bislang lediglich vorübergehend von seinen Aufgaben entbunden, weil er Audi nicht vom Gefängnis aus leiten kann. Sein Vertrag läuft noch bis zum Jahr 2022. Kommissarischer Audi-Chef ist der Niederländer Bram Schot.

Der Betriebsrat ist mittlerweile von Stadler abgerückt und fordert einen personellen Neubeginn. „Ein „Weiter so“ akzeptieren wir nicht. Deshalb fordern wir einen Neustart, der jetzt gezündet werden muss“, sagte Betriebsratschef Peter Mosch in der vergangenen Woche bei einer Betriebsversammlung.