Rund die Hälfte der Verbraucher erwartet von Roaming-Regeln mehr als geboten

Rund die Hälfte aller Verbraucher in Deutschland erwartet von den seit Sommer geltenden neuen Roaming-Regeln in der EU mehr als tatsächlich geboten. 52 Prozent glauben einer Umfrage der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zufolge, die Abschaffung der Roaming-Gebühren gelte auch für Anrufe von Deutschland ins EU-Ausland. Doch die Preisbremse funktioniert nur in eine Richtung: Bei Anrufen aus dem Ausland ins Heimatland.

Wer von Deutschland aus mit dem Handy in andere EU-Länder telefoniert, muss aktuell zwischen 19 Cent und 14,90 Euro für ein zehn Minuten langes Gespräch zahlen, wie der Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentralen recherchierte. Der Grund für die großen Unterschiede trotz gleicher Leistung sind demnach die unterschiedlichen Preise der Vertragspartner. Dabei hängt die Höhe der Kosten etwa vom gewählten Netz und Anbieter, vom Tarif, der Tageszeit und dem Land ab, in welches ein Verbraucher anruft.

Die Umfrage ergab zudem, dass 70 Prozent der Verbraucher, die in den vergangenen zwölf Monaten von Deutschland aus privat ins EU-Ausland telefoniert haben, sogenannte Normaltarife ohne verbilligten Auslandstarif nutzen. Damit zahlten viele Verbraucher für ihre Anrufe deutlich mehr, als sie erwarten, erklärte die Verbraucherzentrale. Ein Blick in den jeweiligen Auslandstarif des eigenen Anbieters sei "immer empfehlenswert".