Rund 50 Zeugen könnten zu Missbrauchsaffäre um Vatikan-Finanzchef Pell aussagen

Kardinal Pell (rechts)

In der Missbrauchsaffäre um Vatikan-Finanzchef George Pell könnten im kommenden Jahr rund 50 Zeugen vor Gericht befragt werden. Bei einem Gerichtstermin in der australischen Stadt Melbourne wurde am Freitag der 5. März als Beginn von vierwöchigen Anhörungen zu den Vorwürfen gegen den Kardinal festgelegt.

Dann soll geprüft werden, ob es ausreichend Beweise für einen Prozess gegen den 76-Jährigen gibt. Unter den Zeugen werden auch frühere Chorknaben sein.

Pells Anwalt Robert Richter sagte am Freitag, er werde beweisen, dass einige der Vorwürfe "unmöglich" wahr sein könnten. Er bezog sich dabei auf die Anschuldigung, einige der mutmaßlichen Taten seien in der Kathedrale von Melbourne verübt worden.

Pell erschien am Freitag freiwillig bei dem Gerichtstermin. Seine Ankunft wurde von Protesten begleitet, ein großes Polizeiaufgebot beschützte den 76-Jährigen. Der Geistliche soll sich vor Jahrzehnten sexueller Misshandlungen schuldig gemacht haben. Er weist die Vorwürfe zurück. Der Kardinal ist die inoffizielle Nummer drei in der Hierarchie des Vatikans. Papst Franziskus hat ihn vom Dienst freigestellt, damit er sich in seiner Heimat Australien den Vorwürfen stellen kann.