Historische "Landshut"-Maschine ist zurück in Deutschland

Die 1977 von Terroristen entführte Lufthansa-Maschine "Landshut" ist zurück in Deutschland

Vier Jahrzehnte nach ihrer spektakulären Entführung ist die "Landshut" zurück in Deutschland. Zwei Frachtmaschinen flogen am Samstag Rumpf, Tragflächen und weitere Teile der Boeing 737 nach Friedrichshafen am Bodensee, wo die "Landshut" ins Museum kommt. Mehrere tausend Besucher kamen, um das Lande-Spektakel live zu verfolgen. Auch Zeitzeugen waren am Samstag dabei.

Am Morgen landete die erste Frachtmaschine, eine Antonow, mit dem Rumpf der "Landshut" an Bord in Friedrichshafen. Gegen Mittag folgte die zweite, eine Iljuschin, mit den beiden Tragflächen und weiteren Teilen.

Das Flugzeug war zuvor im brasilianischen Fortaleza für den Transport zerlegt worden. Dort hatte es jahrelang flugunfähig gestanden.

Die "Landshut" war im Oktober 1977 von palästinensischen Terroristen entführt worden, die inhaftierte Terroristen der Rote Armee Fraktion (RAF) freipressen wollten. Nach einem mehrtägigen Irrflug, bei dem Flugkapitän Jürgen Schumann erschossen wurde, stürmte das deutsche Antiterrorkommando GSG 9 in der somalischen Hauptstadt Mogadischu die Maschine.

"Köpfe 'runter, wo sind die Schweine" - an diese Frage der GSG 9 bei der Stürmung erinnert sich Copilot Jürgen Vietor noch genau, wie er am Samstag dem SWR sagte: "Das Schönste" seien die "deutschen Worte" gewesen. Zwei, drei Minuten lang sei "geballert und geschossen" worden, dann habe die GSG 9 "von hinten angefangen zu evakuieren". Er sei durchs Notfenster geklettert: "Ich wollte nur weg." Doch "40 Jahre heilen alles", sagte Vietor der Nachrichtenagentur AFP.

Museumsdirektor David Dornier sagte dem SWR, es sei für die Nachwelt "sehr wichtig, die Geschehnisse von 1977 zu dokumentieren". Damals sei der Anfang vom Ende der RAF eingeläutet worden. Nur Stunden nach der Erstürmung der Maschine begingen die RAF-Häftlinge Andreas Baader, Gudrun Ennslin und Jan-Carl Raspe im Gefängnis von Stuttgart-Stammheim Suizid.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte die Befreiung der "Landshut" als "lebendiges Symbol einer freien Gesellschaft, die sich von Angst und Terror nicht unterkriegen lässt", bezeichnet. Nach dem GSG-9-Einsatz von Mogadischu flog die Maschine bis 1985 im Liniendienst der Lufthansa, danach für andere Airlines, zuletzt für eine brasilianische.