Rummenigge verteidigt Barca im Dembele-Theater

Stefan Kumberger, Kerry Hau

Streikt Ousmane Dembele bei Borussia Dortmund, weil der FC Barcelona es so wünscht?

Anders als Hans-Joachim Watzke und Uli Hoeneß will Karl-Heinz Rummenigge den spanischen Spitzenklub nicht für die Arbeitsverweigerung des Franzosen beschuldigen.

"Ich glaube nicht, dass Barcelona Dembele zum Streik aufgefordert hat", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern am Rande des Freundschaftsspiels der Münchner gegen den Fanklub Red Residenz 01 Coburg (8:1) zu SPORT1.

"Vielleicht will der Spieler nur unbedingt wechseln und hat sich das selbst ausgedacht. Ich würde Barcelona nicht zu frühzeitig verurteilen."


Watzke und Hoeneß verdächtigen Barca

BVB-Boss Watzke und Bayern-Präsident Bayern-Präsident Hoeneß hatten Barcas Haltung in den vergangenen Tagen scharf kritisiert. 

"Das glauben Sie doch selbst nicht, dass ein 20-Jähriger nicht zum Training kommt ohne das Wohlwollen des möglicherweise aufnehmenden Klubs", hatte Watzke bei Sky gesagt.

Und Bayern-Präsident Hoeneß hatte bei Eurosport geschimpft: "Wenn Barcelona dahinter steckt, dann habe ich keine Achtung mehr vor dem Klub. Einen Spieler dazu zu veranlassen, einen Vertrag zu brechen, das ist unterste Kreisklasse."


Transfer-Wahrscheinlichkeit bei "unter 50 Prozent"

Rummenigge möchte nicht zu früh über die Rolle der Katalanen urteilen:  "Ich denke, da kann man nie drauf einwirken. Das ist immer jedem Klub selbst überlassen. Es ist auch zum Teil zu wenig in der Öffentlichkeit bekannt, was Barcelona gemacht hat."

Fakt ist nur: Barca hat öffentlich Interesse an einer Verpflichtung von Dembele angemeldet, doch der spanische Pokalsieger konnte sich mit dem BVB bisher nicht über die Ablösesumme einigen. Die Dortmunder sollen 150 Millionen für Dembele verlangen.

Für den Fall, dass ein Verkauf Dembeles nicht zustande kommt, soll der Spieler nach Ablauf der Wechselfrist am 31. August wieder für den BVB auflaufen. Laut Watzke liegt die Transfer-Wahrscheinlichkeit bei "unter 50 Prozent".