Wegen Upamecano: Rummenigge stichelt gegen Berater

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Karl-Heinz Rummenigge verlässt den FC Bayern früher als gedacht. Der Vorstandsvorsitzende begründet seine Entscheidung und blickt auf die Erfolge in München zurück.

Karl-Heinz Rummenigge verlässt den FC Bayern am Ende des Monats. (Bild: Getty Images)
Karl-Heinz Rummenigge verlässt den FC Bayern am Ende des Monats. (Bild: Getty Images)

Eine Ära geht zu Ende - und das ein bisschen früher als gedacht: Karl-Heinz Rummenigge verlässt den FC Bayern in Kürze. 

Der Vorstandsvorsitzende legt sein Amt zum 1. Juli nieder und geht damit ein halbes Jahr früher als geplant. Oliver Kahn wird das Erbe antreten. Ursprünglich war sein Ausscheiden erst zum Jahresende geplant.

Für den 65-Jährigen ist jetzt der "strategisch sinnvollste und logische Zeitpunkt", wie er im Interview mit dem kicker erklärte. Man solle gehen, wenn es am schönsten ist, betonte Rummenigge. "Und diese sieben Titel seit Juni 2020, die lassen sich nun mal schlecht toppen." 

Rummenigge: Kahn für Nachfolge "bereit"

Der langjährige Klub-Boss spüre außerdem, dass Kahn für die Nachfolge "bereit ist." Die Verpflichtung von Julian Nagelsmann als Nachfolger von Hansi Flick auf der Trainerbank sei Kahns "erste große Entscheidung beim FC Bayern" gewesen.

Rummenigge habe sich an der Trainersuche bewusst nicht mehr beteiligt und wollte den neuen Coach auch in seinem ersten halben Jahr nicht noch begleiten. Denn: "Dann hätte hinter Oliver Kahn immer noch ein Schatten gelauert, der am Ende noch irgendetwas hätte besser wissen wollen oder müssen", stellte der Ex-Profi klar. 

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Und weiter: "Das tut niemandem gut, schon gar keinem neuen, jungen Trainer. Das ist doch das Schöne an meiner Position: Ich muss nichts mehr beweisen. Saniert werden muss bei Bayern auch nichts. Aber renovieren und neu einrichten, das tut ja immer der, der neu einzieht."

Rummenigge wundert sich über Struth

Rummenigge forderte außerdem für die Zukunft "einen Kulturwandel, hin zu mehr Rationalität und weg von einem völlig überhitzten, emotionalisierten Markt". Dabei äußerte er auch Kritik an den Spielerberatern - und konkret an Volker Struth.

"Ich erinnere mich noch genau wie Volker Struth zu Beginn der Pandemie gesagt hat, man müsse in Zukunft kleinere Brötchen backen. Das war eine bemerkenswerte Aussage. Bei den Verhandlungen zu Upamecano wurden daraus aber schnell wieder eher ausgewachsene Baguettes", so Rummenigge.

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Der Westfale blickte auch auf seine Zeit bei den Bayern und die zahlreichen Erfolge zurück. An 60 von insgesamt 80 Bayern-Titeln war der frühere Nationalspieler selbst beteiligt. "Ich kann mich an jeden einzelnen Titel sehr gut erinnern. Diese Bilanz macht mich natürlich stolz, vor allem die Konstanz dabei."

Allerdings seien auch "bittere Niederlagen" dabei gewesen: "1999 und 2012 im Champions-League-Finale." Das "Finale dahoam" habe sich Rummenigge jeden Sommer angesehen, wie er in der Doku über Bastian Schweinsteiger verriet.

Damit könne er nun aufhören, so der gebürtige Lippstädter: "Das muss ich mir in Zukunft nicht mehr antun. Auch ein Stück Lebensqualität ..."

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