"Mia bleim mia": Rummenigge erklärt vorzeitigen Abschied

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Eine Ära geht zu Ende - und das ein bisschen früher als gedacht: Karl-Heinz Rummenigge verlässt den FC Bayern in Kürze.

Der bisherige Vorstandsvorsitzende des deutschen Rekordmeisters sollte eigentlich noch bis Ende des Jahres im Amt sein, ehe er die Geschäfte offiziell an seinen designierten Nachfolger Oliver Kahn übergibt. 

Am Dienstag gab der Verein bekannt, dass aber schon mit dem 30. Juni endgültig Schluss sein soll. Zuvor hatten Bild, SportBild und Welt von dem vorgezogenen Abschied berichtet, auch SPORT1 konnte den Abgang bestätigen. 

"Es ist der strategisch sinnvollste und logische Zeitpunkt", sagte Rummenigge in einem offiziellen Statement der Bayern: "Wir schreiben das Ende des Geschäftsjahres, zugleich beginnt ein neuer Abschnitt mit einem neuen Trainergespann. Die neue Spielzeit sollte von Beginn an von Oliver Kahn als neuem CEO verantwortet werden - auch im Sinne der handelnden Personen und damit im Sinne der Zukunft des FC Bayern.

Vor zwei Jahren habe er angeregt, dass "wir einen umsichtigen Übergang planen, und der wird jetzt endgültig vollzogen. So soll es sein." 

Der 65-Jährige hatte sich bei entscheidenden Zukunfts-Fragen zuletzt bereits immer mehr zurückgehalten.

Kahn übernimmt für Rummenigge bei Bayern

Für Entscheidungen, die über das Jahr 2021 hinaus relevant waren, übernahm Kahn immer häufiger die Verantwortung.

So war der ehemalige "Titan" auch schon - in Zusammenarbeit mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic - federführend bei der Verpflichtung des neuen Trainers Julian Nagelsmann. 

Kahn stieg offiziell im Januar 2020 als Vorstandsmitglied in München ein, seitdem läuft sein "Onboarding-Prozess". In knapp einem Monat ist dieser nun endgültig vorbei. 

"Mia bleim mia": Rummenigge erklärt vorzeitigen Abschied
"Mia bleim mia": Rummenigge erklärt vorzeitigen Abschied

"Karl-Heinz Rummenigge hat als Vorstandsvorsitzender mehr als 20 Jahre großartige Arbeit für den FC Bayern geleistet", würdigte Kahn seinen Vorgänger: "In dieser Zeit hat der Verein alles gewonnen, was es zu gewinnen gab, seine Verdienste um den FC Bayern kann man gar nicht hoch genug bewerten." 

Nun sei es für ihn an der Zeit, an der Spitze des Klubs Verantwortung zu übernehmen. 

Präsident Herbert Hainer ergänzte: "Es war mir und uns allen eine Freude und Ehre, mit Karl-Heinz Rummenigge zusammengearbeitet zu haben. Sobald es die Corona-Situation zulässt, werden wir ihm beim FC Bayern auch offiziell einen würdigen Abschied bereiten." 

Rummenigge räumte als Spieler und Boss beim FCB ab

Rummenigge blickt auf eine große Karriere zurück. Der ehemalige Weltklasse-Spieler kam 1974 erstmals zum FCB. 

"Es ist ein Abschied mit Zufriedenheit und Stolz, ich darf einen sportlich, wirtschaftlich und strukturell vollständig intakten Club übergeben. Das war mir wichtig. Ich möchte mich bei so vielen Menschen bedanken, die meinen Weg beim FC Bayern gekreuzt haben", sagte der scheidende Boss. 

Als Profi sammelte er etliche Titel ein, unter anderem gewann er den Vorgänger der Champions League gleich zweimal. Im November 1991 stieg er bei Bayern als Vizepräsident ein und machte den Verein zusammen mit Uli Hoeneß zu der Weltmarke, die er heute ist.

Seit 2002 fungiert er als Vorstandsvorsitzender der AG, auch als Funktionär feierte er diverse Titel. Unter anderem konnte in seiner Amtszeit gleich zweimal das Triple geholt werden. 

Wie es für Rummenigge weitergeht, ist noch offen. Bereits ausgeschlossen hatte der bestens vernetzte Fußball-Fachmann, zu einem Verband wie dem DFB oder der UEFA zu gehen. 

"Dem FC Bayern wünsche ich von Herzen größtmöglichen Erfolg, weiterhin intakte Werte und ein unerschütterliches Wir-Gefühl", sagte Rummenigge: "Ich habe bayerisch ja nie gelernt - aber lassen Sie es mich zum Abschied so formulieren: mia bleim mia." 

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