Rumäniens früherer König Michael I. mit 96 Jahren gestorben

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König Michael I. im Oktober 2011

Der frühere rumänische König Michael I. ist tot. Der letzte König Rumäniens starb am Dienstag im Alter von 96 Jahren an den Folgen einer Leukämie-Erkrankung, wie seine Familie mitteilte. Michael I. hatte sich im März 2016 ganz aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen und sich in der Schweiz wegen seiner Krebserkrankung behandeln lassen.

Der am 25. Oktober 1921 in Sinaia nördlich von Bukarest geborene Monarch regierte zwei Mal in Rumänien: von 1927 bis 1930 und von 1940 bis 1947. Im Jahr 1944, als Rumänien Verbündeter von Nazi-Deutschland war, ließ er den mit Hitler verbündeten Regierungschef, Marschall Ion Antonescu, verhaften und führte sein Land an die Seite der Alliierten. Drei Jahre später wurde er von den Kommunisten vertrieben.

Michael I. ging zunächst nach Großbritannien ins Exil, später in die Schweiz. Nach dem Sturz von Diktator Nicolae Ceausescu Ende 1989 hoffte er auf eine Rückkehr nach Rumänien, doch wurde sie ihm von dem neuen Präsidenten Ion Iliescu verwehrt, der ebenfalls eine kommunistische Vergangenheit hatte. Erst 2002 kehrte er in seine Heimat zurück, lebte aber fortan zurückgezogen. 2016 ging er wieder in die Schweiz, um sich behandeln zu lassen.

Michael I. ist ein Spross der Hauses Hohenzollern-Sigmaringen und ein Ururenkel der britischen Königin Victoria. Er war mit Anna von Bourbon-Parma verheiratet, die im August vergangenen Jahres verstarb. Das Paar hat fünf Töchter.