Rumänien will Atomkraftwerk mit Geld und Technik aus USA erweitern

SCHARM EL SCHEICH/BUKAREST (dpa-AFX) -Rumänien will mit Technik und Geld aus den USA das Atomkraftwerk Cernavoda an der Donau um zwei Reaktorblöcke erweitern und so die Kapazität verdoppeln. Dafür will die staatliche US-Bank Exim dem Land Kredite von mehr als drei Milliarden Dollar zur Verfügung stellen. Dies geht aus einer Absichtserklärung hervor, die Bankchefin Reta Jo Lewis und der rumänische Energieminister Virgil Popescu am Mittwoch am Rande der Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el Scheich unterzeichneten, wie rumänische Medien berichteten.

Der rumänische Präsident Klaus Iohannis betonte, damit könne Rumänien "beweisen, dass wir hinsichtlich der Energie unabhängig sind". Atomenergie werde den Verzicht auf fossile Brennstoffe erleichtern.

Derzeit produzieren zwei Reaktorblöcke des kanadischen Typs Candu in Cernavoda etwa ein Fünftel des Strombedarfs Rumäniens. Die Reaktoren gingen 1996 und 2007 ans Netz. Ursprünglich waren fünf Blöcke vorgesehen.

Zuletzt hatte es 2015 eine Absichtserklärung gegeben, die Blöcke 3 und 4 mit chinesischen Investoren zu bauen. Dieser Plan wurde 2020 aufgegeben. Damals schlossen die Regierungen Rumäniens und der USA ein Abkommen, das dem Donauland den Zugang zu US-Atomtechnologie erlaubt.