Dax verteidigt denkbar knapp 13.000 Punkte

In Frankfurt zeigt sich ein erneutes Auf und Ab. Einem freundlichen Morgen folgt am Dienstag ein rascher Fall – wie schon so oft im November. Anleger schauen heute auf die Senatsanhörung des designierten Fed-Chefs.


Ein starker Euro und der Poker um die Regierungsbildung in Berlin haben zu Wochenbeginn die Anleger am europäischen Aktienmarkt verunsichert. Der Dax schloss 0,5 Prozent niedriger bei 13.000 Punkten, der EuroStoxx50 verlor ebenfalls ein halbes Prozent auf 3564 Zähler. „Nur rund vier Wochen vor dem Jahresultimo gibt es keinen Grund, sich jetzt noch zu weit aus dem Fenster zu lehnen“, sagte ein Händler. Daran hätten auch die zeitweilig erreichten neuen Rekordstände an der Wall Street nichts ändern können. „Gewinnmitnahmen haben noch niemandem geschadet.“

Der Dow Jones lag zum Handelsschluss in Europa geringfügig im Plus, während der S & P500 und der Nasdaq Composite niedriger notierten. Kurz nach Handelsbeginn hatten alle drei Indizes erneut Bestmarken aufgestellt, wobei die Kursgewinne aber mit bis zu 0,3 Prozent minimal blieben.


Der Euro kletterte in der Spitze auf 1,1957 Dollar und notierte damit so hoch wie zuletzt im September. Ein steigender Euro macht die Waren aus der Euro-Zone auf dem Weltmarkt teurer und wird daher an den europäischen Aktienbörsen nicht gerne gesehen. Ausgelöst wurde der jüngste Höhenflug in der vergangenen Woche zum einen durch starke deutsche Konjunkturdaten und zum anderen durch sinkende Zinserhöhungsphantasien in den USA, die den Dollar schwächten. „Es sieht so aus, als bliebe der Dollar unter Druck - bis entweder die Steuerreform in den USA Gestalt annimmt oder aber wenigstens die Zinsaussichten klar nach oben deuten“, sagte ein Händler.

Einen bangen Blick richteten Anleger auch nach Berlin, wo weiter um eine Koalitionsbildung gerungen wurde. „Das dürfte noch eine ganze Weile dauern, bis wir wissen, wer genau mit wem und wie regieren will“, sagte ein Analyst. Kanzlerin Angela Merkel dringt mit Hinweis auf die anstehenden Probleme in Europa auf die Bildung einer stabilen Regierung in Deutschland. SPD-Chef Martin Schulz wollte sich nicht weiter festlegen. Am Donnerstag sind er und die Union-Spitze bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.


Auf den Verkaufslisten dies- und jenseits des Atlantiks standen nach einem negativen Kommentar der Analysten von Morgan Stanley über Branchenführer Samsung die Chipwerte: Allen voran sackte Samsung in Seoul um gut fünf Prozent ab. Im Dax fielen Infineon um 1,8 Prozent, die in Paris und Mailand gelisteten Aktien des Konkurrenten STMicroelectronics büßten fast zwei Prozent ein, während die österreichischen AMS, die in Zürich gelistet sind, 4,6 Prozent verloren. Auch in den USA ging es mit den Chipwerten meist nach unten. Intel verloren knapp ein Prozent.

Größter Dax-Verlierer war allerdings die Deutsche Bank mit einem Abschlag von rund zwei Prozent. Auch die Commerzbank profitierte nur kurz von Spekulationen über ein Interesse der Schweizer UBS an Teilen des Geschäfts. Zuletzt waren die Aktien unverändert. Die Umstellung von Bilanzierungsvorschriften zur Abschreibung fauler Kredite ab dem kommenden Jahr wird die deutschen Banken nach Schätzung des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) einen dreistelligen Millionenbetrag kosten.

Im US-Handel standen am verkaufsstarken „Cyber Monday“ zunächst unter anderem die Papiere von Amazon auf den Kaufzetteln: Sie schossen in der Spitze um 2,3 Prozent in die Höhe auf ein Rekordhoch von 1216,41 Dollar - ehe Gewinnmitnahmen sie fast wieder auf den Freitagsschluss drückten.

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KONTEXT

Post von der Bank - was sich für Kunden 2018 ändert

Haftungsgrenze bei Kartenverlust sinkt

Wer seine Bank- oder Kreditkarte verliert und nicht gesperrt hat, haftete bei Missbrauch bisher mit bis zu 150 Euro. Das wird sich ab nächstem Jahr ändern. Denn die Haftungsgrenze sinkt auf 50 Euro. Lediglich bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz haftet der Kunde unbeschränkt.

Mehr Transparenz bei vorreservierten Kartenzahlungen

Viele Hotels und Autovermietungen reservieren bei Buchung oder Anmietung einen bestimmten Betrag auf dem Kartenkonto des Kunden. Ab kommendem Jahr muss der Karteninhaber dem vorher zustimmen. Erst dann ist die Bank berechtigt, diesen Betrag auf dem Konto vorübergehend zu sperren.

Dienste im Online-Banking

Kunden können im Online-Banking Drittanbieter damit beauftragen, Zahlungen vorzunehmen oder Kontoinformationen abzurufen. Da diese Dienstleister nunmehr gesetzlich anerkannt sind und der Bankenaufsicht unterliegen, dürfen Kunden gegenüber diesen Diensten auch ihre PIN und TAN einsetzen.