Ruhestand stimmt US-Folklegende Joan Baez wehmütig

US-Folklegende Joan Baez macht der Ruhestand etwas wehmütig. "Ich male, ich lerne, nichts zu tun, zu schweigen", sagte die 77-Jährige in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Paris

US-Folklegende Joan Baez macht der Ruhestand etwas wehmütig. "Ich male, ich lerne, nichts zu tun, zu schweigen", sagte die 77-Jährige in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Paris. "Das verlangt mir Disziplin ab, ich war lange aktiv."

Aus der Sicht der Sängerin, die dieses Jahr auf Abschiedstournee in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern geht, hat sich in der Musik ein Generationswechsel vollzogen. "Wir sind vier, die entschieden haben aufzuhören: Paul Simon, Neil Diamond, Elton John und ich!" Sie und die anderen drei Musiker hätten für die 60er und 70er Jahre gestanden. "Man wird diese Explosion von Talenten, diese politische Leidenschaft nie reproduzieren können", sagte Baez.

Die Sängerin lebt nach eigener Einschätzung aber nicht in der Vergangenheit. Vielmehr wolle sie "auch in die Zukunft schauen, sonst bist Du nichts als eine Statue". Zur aktuellen #MeToo-Debatte über sexuellen Missbrauch sagte Baez, nach 50 Jahren Kampf für die Emanzipation sei dies der bedeutende "Moment, in dem die Frauen frei sprechen".