Rufe nach Auftrittsverbot für muslimischen Rapper im Bataclan

Muslimischer Rapper hält an Auftritt im Bataclan fest

Der geplante Auftritt eines muslimischen Rappers im Pariser Anschlagsort Bataclan sorgt für Empörung. Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen und die Konservativen forderten ein Auftrittsverbot für den Sänger Médine in dem Musikclub. Bei der Pariser Anschlagsserie im November 2015 hatten Islamisten im Bataclan 90 Menschen ermordet.

Marine Le Pen schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Kein Franzose kann akzeptieren, dass dieser Typ seinen Dreck am Ort des Blutvergießens im Bataclan ausschüttet." Der konservative Oppositionsführer Laurent Wauquiez sprach von einer "Schande für Frankreich".

Die Kritik entzündet sich unter anderem an einem von Médines Alben, das "Dschihad" heißt. Vor dem Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" im Januar 2015 hatte der französische Sänger mit algerischen Wurzeln in einem Songtext zudem dazu aufgerufen, "Laizisten zu kreuzigen".

Der Rapper nannte den Text später einen satirischen Kommentar zur strengen Trennung von Kirche und Staat in Frankreich. In dem Album "Dschihad" von 2005 beschreibe er außerdem nur den Kampf gegen sich selbst und nicht einen religiösen Feldzug.

Der Opferverband Life for Paris warnte in der Debatte vor "Zensur" und einer "politischen Instrumentalisierung des Gedenkens an die Opfer" im Bataclan. Médine soll am 19. und 20. Oktober in dem Konzertsaal auftreten - kurz vor dem dritten Jahrestag der Anschläge vom 13. November 2015. Einer der Auftritte ist bereits ausverkauft.