Rätselraten um Mini-Tweet: Was könnte Rudy Giuliani gemeint haben

Immer für mediale Aufreger gut: Rudy Giuliani. (Bild: AP Photo)

Der ehemalige Bürgermeister von New York und heutige Rechtsberater von US-Präsident Donald Trump, Rudy Giuliani, setzte auf Twitter einen Beitrag ab, der nur wenig Sinn ergibt. Lediglich ein Wort findet sich in dem Posting, über das sich inzwischen zahlreiche Twitter-User lustig machen.

Am Sonntag postete der 74-Jährige auf seinem Twitter-Account eine Nachricht, die so kurz und merkwürdig ist, dass sie innerhalb kürzester Zeit viel Aufmerksamkeit generierte. Giuliani, der zurzeit öffentlich gegen den ehemaligen Trump-Anwalt Michael Cohen austeilt, veröffentlichte ein Statement, das nur aus einem Wort bestand.


„Du“

Einfach nur das simple Wort „du“, ohne weitere Erklärung, ohne irgendeine Art von Hinweis. Etliche User auf Twitter begannen sich darüber lustig zu machen. Einige rätselten, was Trumps Rechtsberater damit wohl meinen könnte, andere vervollständigten seine Nachricht, unter anderem mit bekannten Liebessongs:


„Du… lässt mich wie ein neuer Mensch fühlen.“


„Und iiiiiiiiiiiiiich, werde immer verliebt sein in …dich“


„Du… bist kein guter Anwalt.“


„Selbst das ist eine Lüge.“

Wem Giulianis eigentlich schreiben wollte, blieb im Dunkeln. Doch eine Vermutung gibt es: Bei dem Tweet könnte es sich um eine nicht zu Ende formulierte Attacke auf Lanny Davis gehandelt haben, den Anwalt von Michael Cohen.

Michael Cohen ist der Ex-Anwalt von Präsident Donald Trump. Er verfügt über Audioaufnahmen, auf denen er mit Trump über brisante Geldzahlungen an Frauen, darunter ein ehemaliges Playmate, spricht. Davis übermittelte eine dieser Aufnahmen dem Nachrichtensender CNN, der den Inhalt vor Kurzem veröffentlichte. In dem Tweet vor dem ominösen „du“ hatte Giuliani eine Botschaft an Davis formuliert.


„Die Presse behauptet heute, dass Lanny Davis vorhat, weitere heimlich angefertigte Aufnahmen seines Klienten durchsickern zu lassen. Alles, was du damit tust, ist Cohens Glaubwürdigkeit, seine Nützlichkeit als Zeuge und seine Karriere als Anwalt zu zerstören. Hol dir einen kompetenten Rechtsbeistand.“

Der nur wenige Stunden später veröffentlichte Tweet mit dem „du“ könnte eine weitere Botschaft in Richtung Davis gewesen sein, die Giuliani aber bereits nach einem Wort abbrach.

Giuliani, der aktuell als Rechtsberater von Donald Trump fungiert, ist nicht der Erste, der mit einem kryptischen Beitrag für Stirnrunzeln sorgt.

Auch Trump selbst hat bereits einen legendären Rätsel-Tweet auf dem Konto- Am 30. Mai 2017 schrieb er: „Despite the constant negative press covfefe“, was auf Deutsch heißen würde: „Trotz der ständigen negativen Presse-Covfefe“. Viele vermuteten, dass Trump schreiben wollte: „Trotz der ständigen negativen Berichterstattung“. Im Original hätte es also heißen müssen „press coverage“ statt „press covfefe“. Aufgeklärt hat Trump seinen Tippfehler bis heute nicht.

Ein weiteres Beispiel für einen rätselhaften Tweet ist ein Beitrag des vom US-Nachrichtensender CBS wegen sexuellen Übergriffen gefeuerten Anchormans Charlie Rose. Im November 2017 hatten dem damals 75-Jährigen acht Frauen vorgeworfen, sie sexuell genötigt zu haben. Rund fünf Monate später, am 18. März gab der aus der Öffentlichkeit verschwundene Rose schließlich ein erstes Lebenszeichen von sich, das aus einem einzigen Buchstaben bestand.


„H“

Was Rose mit diesem skurrilen Tweet aussagen oder bewirken wollte, steht in den Sternen. Der Journalist gab bis heute keinerlei Erklärung zu dem Buchstaben-Tweet ab.