Royal Dutch Shell: Ist die Dividende endlich wieder sicher?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Am 2. November ist es wieder soweit und Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) öffnet seine Bücher für uns. Nach zuletzt zuweilen turbulenten Monaten und Jahren wird auch dieses Zahlenwerk gewiss wieder eine hohe Aufmerksamkeit bekommen.

Ein wesentlicher Fokus, der sich bei Shell quasi zwangsläufig ergibt, ist natürlich die Dividende. Denn immerhin hat das Unternehmen seit Mitte der 1940er Jahre seine Dividende nicht mehr gekürzt.

Kann die Dividende aus dem Gewinn bezahlt werden? Kann sich das Unternehmen seine üppige Dividende langfristig noch leisten? Oder ist es eigentlich an der Zeit für ein dividendentechnisches Umdenken? Fragen über Fragen!

Aber vielleicht sollten wir uns zunächst erst einmal erinnern, was das Unternehmen beim vorherigen Quartalsbericht zu vermelden hatte, bevor wir uns den aktuellen Antworten widmen:

Ergebnishalbierung im zweiten Quartal

Vielleicht erinnerst du dich noch, Shell hatte im Zeitraum von April bis Ende Juni eigentlich nicht allzu viel Grund zum Jubeln. Der Ölpreis gab damals etwas nach, wie du in der Tabelle weiter unten sehen kannst. In der Folge brach das Ergebnis auf gerade einmal 0,44 US-Dollar je Aktie ein, nach zuvor 0,92 US-Dollar je Aktie in Q1. Die Dividende in Höhe von 0,47 US-Dollar je Aktie wurde knapp nicht vom Ergebnis gedeckt.

Falls du noch einmal ganz ausführlich nachlesen möchtest, was Royal Dutch Shell zum Ende des zweiten Quartals bewegte, lohnt gewiss ein Blick in diesen Artikel.

Und was bringt die Zukunft?

Nun sollten wir uns aber nicht mehr weiter mit der jüngeren Vergangenheit aufhalten, sondern einen kurzen Blick in die Zukunft riskieren. Was die neuen Quartalszahlen für uns Investoren wohl bereithalten?

Um ehrlich zu sein: Ich weiß es nicht. Aber ich habe mal ein wenig recherchiert. Und dabei sind ein paar Zahlen herausgekommen, die uns als Investoren gefallen sollten.

Ganz konkret geht es hierbei um die durchschnittlichen Ölpreise der letzten drei Monate. Zur Erinnerung: Shell als großer Ölmulti ist selbstverständlich nach wie vor maßgeblich abhängig von den Ölpreisen. Ein höheres Preisniveau beflügelt in der Regel die Quartalsergebnisse, ein niedrigeres, naja, du weißt schon.

Schauen wir daher mal, wie sich beispielhaft der durchschnittliche Ölpreis der Sorte Brent während des dritten Quartals im Gegensatz zum zweiten Quartal entwickelt hat:

Monat April Mai Juni Juli August September
Ø Ölpreis 52,31 50,33 46,37 48,48 51,7 56,3

Quelle: Statista

Wie wir anhand dieser Werte sehen können, waren die Ölpreise im dritten Quartal im Vergleich zum zweiten Quartal deutlich höher. Genauer gesagt lag der durchschnittliche Brent-Preis hier bei 52,16 US-Dollar je Barrel, nach 49,67 US-Dollar in Q2. Tendenziell gute Vorzeichen für diese Quartalszahlen, wenn du mich fragst.

Dividende sicher? Ja, nein, vielleicht?

Wenn du mich fragst, stehen unter diesen ölpreistechnischen Vorzeichen die Chancen nicht schlecht, dass Royal Dutch Shell im Vergleich zum zweiten Quartal wieder bessere Ergebnisse und Gewinne verbuchen kann und sich seine Dividende leisten können wird.

Zur Erinnerung: Im zweiten Quartal hat Shell aus Ergebnissicht nur haarscharf die Dividendenhöhe von 0,47 US-Dollar verfehlt, bei Ölpreisen, die im Schnitt 2,5 US-Dollar je Barrel niedriger waren. Nun, bei dementsprechend durchschnittlich höheren Ölpreisen stehen die Chancen nicht schlecht, dass Shell diese kleine Lücke zur Dividendenhöhe geschlossen hat. Und vielleicht sogar noch ein Quäntchen darüber hinaus? Mal sehen.

Wie auch immer, am 02. November wissen wir mehr. Bis dahin können wir letztlich nur weiter spekulieren. Ich melde mich jedenfalls wieder, sobald wir Gewissheit haben.

Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell (B-Aktien). The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2017