Royal-Dutch-Shell-Aktie: Wann können die Anteilsscheine an alte Hochs anknüpfen?

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Die Aktie von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) hat seit den Corona-Tiefs einen Turnaround hingelegt. Derzeit notiert die A-Aktie auf einem Aktienkurs von 17,30 Euro. Die B-Aktie schafft es hingegen auf 16,62 Euro, was einer soliden Turnaround-Performance gleicht.

Trotzdem können wir erkennen: Die Aktien von Royal Dutch Shell kommen längst nicht an die alten Hochs heran. Ja, nicht einmal an die Marke von 20 Euro. Das ist insofern bemerkenswert, als die Fundamentaldaten derzeit überaus spannend sind. Der Ölpreis liegt deutlich über 70 US-Dollar je Barrel. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich satte Ergebnisse und freie Cashflows. Und die OPEC+ ist zwar im Moment am Beraten, allerdings könnte der Markt ausgeglichen bleiben.

Foolishe Investoren könnten daher durchaus fragen: Wann fallen die alten Hochs? Beziehungsweise, wann kann die Aktie von Royal Dutch Shell zumindest an die alten Erfolge anknüpfen? Gute Fragen, wobei die Antwort einige Investoren mit Sicherheit nicht erfreuen dürfte.

Royal Dutch Shell: Ausgangslage bleibt verändert

Auch wenn die Ausgangslage bei der Aktie von Royal Dutch Shell inzwischen wieder deutlich besser ist, so bleibt sie doch verändert. Trotz der hohen Ölpreise und der Notierungen von Brent und WTI über der 70 US-Dollar-Marke erkennen wir eine deutlich andere Qualität in der Aktie. Beziehungsweise eine Neubewertung, die die Investoren vorgenommen haben.

Auffällig ist so beispielsweise, dass die Dividende längst nicht mehr den Charme versprüht, den sie früher einmal besaß. Vor dem Jahr 2020 konnte der britisch-niederländische Öl- und Erdgaskonzern eine seit dem Jahre 1945 nicht mehr gekürzte Ausschüttungshistorie vorweisen. Jetzt kommt der Öl- und Erdgaskonzern auf ca. anderthalb Jahre ungekürzter und inzwischen wieder moderat wachsender Ausschüttungen. Aber insgesamt auf eine Dividende, die deutlich über 50 % unter dem vorherigen Niveau liegt. Hier hat die Aktie an Charme eingebüßt.

Die Ausgangslage des Ölmarktes und damit verbunden von Aktien wie Royal Dutch Shell dürfte sich zudem insgesamt verändert haben. Der Markt galt für Investoren zumindest über lange Zeit als ausgeglichen. Nach dem Jahr 2020 mit dem zweiten signifikanten Einbruch innerhalb eines Jahrzehnts und teilweise negativen Notierungen von WTI wissen wir: Dem ist womöglich nicht so. Angebot und Nachfrage könnten immer mal wieder ins Ungleichgewicht rutschen. OPEC+, US-Schieferöl, die Individualinteressen von Saudi-Arabien und Russland und weitere Dinge können den Markt beeinflussen. Faktoren, die wirklich schwer vorhersehbar sind. Das dürfte zusätzlich belasten.

Zu guter Letzt müssen wir außerdem sagen: Selbst von Royal Dutch Shell geht eine veränderte Zukunft aus. Das Management möchte in mehr Nachhaltigkeit und eine moderate Abkehr von Öl hin zur Elektrizität investieren. Auch das dürfte das Kürzen der Dividende erklären und zeigt, dass das auf absehbare Zeit bleiben könnte. Wie gesagt: Es hat sich viel verändert in den letzten anderthalb Jahren.

Rückkehr zum alten Aktienkurs? Fraglich

Wenn wir das alles in die Waagschale werfen, so erkenne ich zumindest: Bei der Aktie von Royal Dutch Shell hat sich vieles verändert. Viel Qualität ist inzwischen weg und selbst ich als Investor wäre inzwischen nicht mehr bereit, die früheren Preise für die Anteilsscheine zu bezahlen. Viele Investoren vermutlich auch nicht, selbst wenn Value irgendwann en vogue sein sollte.

Das ist zumindest meine Bestandsaufnahme, die mir zeigt: Es könnte dauern, bis der britisch-niederländische Öl- und Erdgasmulti an die alten Zeiten kurstechnisch anknüpft. Mittelfristig setze ich darauf nicht.

Der Artikel Royal-Dutch-Shell-Aktie: Wann können die Anteilsscheine an alte Hochs anknüpfen? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

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