Royal Dutch Shell: Das werde ich 2021 beobachten!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
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Bei der Aktie von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) hat es im Börsenjahr 2020 einige Veränderungen gegeben. Wir blicken auf ein Jahr zurück, in dem das erste Mal seit ca. 75 Jahren die Dividende gekürzt worden ist. Zudem haben OPEC und Coronavirus für einen Doppelschlag gesorgt, der dem Ölmarkt empfindlich zugesetzt hat. Noch immer ruhen wir uns von dieser Ausgangslage aus.

Allerdings blicken Foolishe Investoren bekanntlich immer nach vorne. Hier ist jedenfalls das Wesentliche, das ich im kommenden Börsenjahr 2021 beobachten werde. Möglicherweise sind meine beobachtungswerten Faktoren ja auch etwas, das du etwas näher verfolgen möchtest.

OPEC+: Flexibilität …?

Eine erste Sache, die ich im kommenden Jahr beobachten werde, ist die OPEC+. Wie gesagt, das Kartell hat bereits in den letzten Monaten für ein volatileres Marktumfeld gesorgt. Derzeit stabilisiert das Kartell zwar wieder die aktuelle Situation zwischen Angebot und Nachfrage. Es hat jedoch auch etwas Kritik an diesen Förderkürzungen gegeben. Das Schlimme daran: Die Kritik kam von innen.

Das könnte in den nächsten Wochen und Monaten wieder zu Volatilität führen. Vor allem, da die OPEC+ zunächst monatlich schauen möchte, wie sich die Märkte und die fundamentale Ausgangslage entwickeln. Der Markt ist jedoch weiterhin sensibel für Angebotserhöhungen und Nachfragesenkungen. Möglicherweise wird das die Preise von Brent und WTI weiter belasten. Und damit eben die Ausgangslage für Royal Dutch Shell.

Derzeit sind die Preisniveaus noch solide. Immerhin notiert das Barrel Brent über der Marke von 50 US-Dollar. Allerdings ist das ein Risiko, das Foolishe Investoren definitiv auf dem Schirm haben sollten.

Royal Dutch Shell: Die Kapitalrückführungen

Zugegebenermaßen hat die Dividende von Royal Dutch Shell in diesem Jahr an Attraktivität verloren. Seit der Kürzung ist es aus mit der Konstanz. Da hilft es eigentlich auch vergleichsweise wenig, dass das Management zuletzt die Dividende um 4 % erhöht hat.

Allerdings mache ich mir um etwas anderes Gedanken: Das Management von Royal Dutch Shell möchte zukünftig flexibler bei den Kapitalrückführungen agieren. Das Schlimme daran: Das bedeutet, die Dividende könnte weiter steigen. Möglicherweise nach solideren Quartalen mit deutlich höheren Ölpreisniveaus.

Was ist schlimm an einer höheren Dividende? Um ehrlich zu sein: Mit der Dividendenkürzung hat das Management eigentlich beschlossen, den Kapitalrückführungen weniger Fokus zu schenken. Der Konzernumbau ist in den Vordergrund gerückt. Diese Strategie sollte das Management verfolgen und jetzt nicht weiteres Kapital an die Investoren ausschütten. Ob es 0,16 US-Dollar oder 0,166 US-Dollar sind, das macht für die meisten Dividendenjäger eigentlich keinen Unterschied.

Angebot und Nachfrage

Zu guter Letzt werde ich außerdem insgesamt die Angebots- und Nachfragesituation bei Royal Dutch Shell beziehungsweise dem Ölmarkt beobachten. Der britisch-niederländische Konzern ist mittelfristig, womöglich sogar langfristig, abhängig vom schwarzen Gold. Das wird sich so schnell nicht ändern.

Wie gesagt: Die aktuelle Situation ist sehr sensibel. Es könnte jedoch auch Besserungen geben, immerhin führt der Impfstoff gegen das Coronavirus dazu, dass sich die Nachfrage wieder erholen könnte. Auch ein kurzer Einbruch könnte ein weiteres Mal die Folge sein. Immerhin befinden wir uns gerade in einem Lockdown.

Foolishe Investoren sollten daher wirklich darauf schauen, wie sich der Ölmarkt und damit auch Royal Dutch Shell entwickelt. Operativ bleibt es jedenfalls heikel und nicht bloß chancenreich.

Royal Dutch Shell: Top für 2021?

Die Aktie von Royal Dutch Shell hat ein schwieriges Jahr 2020 hinter sich und das könnte etwas Turnaround-Potenzial bedeuten. Allerdings sollten auch die Risiken weiterhin im Auge behalten werden. Ein Selbstläufer werden weitere Kursgewinne nicht. Zumal die Ausgangslage volatil bleibt und der britisch-niederländische Konzern auch strategisch eine Menge vorhat.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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