Royal Dutch Shell ist 2017 lediglich konstant geblieben: Warum?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die B-Aktie von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) ist zum Ende des letzten Jahres bei knapp 28 Euro aus dem Handel gegangen. Heute (18.12.2017, maßgeblich für alle Kurse) können wir die Aktie auf einem ähnlichen Kursniveau vorfinden. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels liegt die Aktie bei rund 28,10 Euro.

Wir können daher mit Fug und Recht behaupten, dass Shell innerhalb der letzten 12 Monate lediglich auf der Stelle getreten ist.

Im Gegensatz dazu haben jedoch viele nationale Indices innerhalb dieses Jahres einige Rekordhochs genommen, die Performance von Shell hinkt somit so manchem Vergleichsindex deutlich hinterher. Doch was waren die Gründe für diese schwache Entwicklung? Werfen wir einen Blick auf die Meilensteine des vergangenen Jahres:

1) Shell ist mit einem hohen Kursniveau aus 2016 gegangen

Wenn wir einen Blick auf weitere 12 zurückliegende Monate werfen, so sehen wir, dass die Shell-Aktie bereits mit einem vergleichsweise hohen Kurs aus 2016 gegangen ist. 2016 begann mit einem schrecklichen Ölpreisverfall, der sämtliche Öl-Aktien auf eine tiefe Talfahrt schickte.

Und so begann Shell seine 2016er Reise bei gerade einmal 18,77 Euro. Die Erholung, die Shell nach diesem Ölpreis-Schock hinlegte, war somit umso beeindruckender.

Hinzu kam vor allem zum Ende des Jahres 2016 die erste OPEC-Einigung über Förderkürzungen. Das verlieh der Aktie von Royal Dutch Shell zu diesem Zeitpunkt ordentlich Auftrieb und sorgte für das hohe Kursniveau zum Jahreswechsel.

Ölpreisturbulenzen auch in diesem Jahr

Royal Dutch Shell startete somit in das neue Jahr quasi mit einem Rekordhoch. Doch das sollte leider nicht lange halten. Der Grund? Wieder einmal der Ölpreis natürlich. Denn allmählich kamen Zweifel auf, ob die OPEC sich an ihre Förderkürzungen wohl langfristig halten wird. Außerdem begannen die Schieferölproduzenten wieder vermehrt zu produzieren. All das schürte die Angst, dass der Preisfriede hier nur von kurzer Dauer sein könnte.

Das belastete natürlich die Papiere von Shell als stark vom Ölpreis abhängiges Unternehmen. Die Ölpreise gaben nach und mit ihnen auch die Aktie von Royal Dutch Shell.

Versöhnliches Ende 2017

Doch dann änderte sich die Windrichtung beim Ölpreis zur Mitte des Jahres erneut. Der Ölpreis kannte seit Juli 2017 quasi nur noch den Weg nach oben und notiert aktuell sogar jenseits der Marke von 60 US-Dollar je Barrel Brent.

Ein Marktumfeld, in dem sich Shell durchaus wohlfühlt. Denn inzwischen kann sogar die Dividende wieder aus dem Gewinn bezahlt werden.

Das gefiel vielen Investoren und in der Folge fand auch die Aktie wieder zurück in die Spur. Das Ergebnis? Wir sehen die Aktie wieder in etwa auf dem Niveau, auf dem wir sie zum Ende des letzten Jahres vorgefunden haben.

Und weiter?

Wie es weitergeht, bleibt die spannendste aller Fragen. Shell wird wohl auch in Zukunft ein Spielball des Ölpreises bleiben. Gehen die Preise im Jahr 2018 rauf, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Shell mitgehen wird. Gegenteiliges ist aber höchstwahrscheinlich im umgekehrten Szenario.

Aber selbst wenn die Ölpreise auf dem aktuellen Niveau länger verharren, sollte das viele Einkommensinvestoren zufriedenstellen. So wie das letzte Quartal nämlich gezeigt hat, dürfte zumindest die Dividende bei diesen Ölpreisen sicher sein.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell (B-Aktien). The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2017