ROUNDUP: Vonovia will österreichischen Immobilienkonzern Buwog schlucken

dpa-AFX

BOCHUM/WIEN (dpa-AFX) - Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will sich nach der Übernahme von Conwert in Österreich auch den dortigen Rivalen Buwog einverleiben. Mit der Führung des Wiener Unternehmens hat sich Vonovia bereits verständigt. 5,2 Milliarden Euro ist den Bochumern die Buwog wert, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Die Aktionäre müssen dem Deal allerdings noch zustimmen.

Die Buwog-Aktien starteten nach der Aussetzung des Handels mit einem kräftigen Sprung von 17,62 Prozent bei 28,94 Euro in die Sitzung. Die Vonovia-Aktie reagierte mit Kursverlusten auf die Nachrichten. Nach gut einer Handelsstunde lag sie mit 0,51 Prozent im Minus bei 41,135 Euro und war damit einziger Verlierer im Dax. Seit Jahresbeginn hat sie allerdings rund ein Drittel an Wert gewonnen.

Für jeden Anteilsschein bietet Vonovia den Buwog-Eignern 29,05 Euro in bar. Dies entspricht einem Aufschlag von gut 18 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Die Offerte soll Anfang Februar veröffentlicht werden. Auch die Inhaber der Buwog-Wandelschuldverschreibungen werden bei der Offerte bedacht.

Vorstand und Aufsichtsrat der Buwog unterstützen das Übernahmeangebot aus Deutschland. Der Vonovia würde es ausreichen, wenn ihr 50 Prozent plus eine Aktie angedient werden. Wenn auch die Kartellbehörden zustimmen, erwarten die Beteiligten den Vollzug der Übernahme für Mitte März 2018.

Gemessen an der Zahl der Wohnungen, ist Vonovia rund sieben Mal so groß wie die Buwog. Der Bochumer Dax-Konzern, der 2015 aus der Fusion der Deutschen Annington und Gagfah entstanden war, verwaltet derzeit rund 350 000 Wohnungen. Buwog kommt auf 49 000 Wohneinheiten, davon gut die Hälfte in Deutschland, etwa in Berlin und Hamburg. In Österreich ist Buwog in Städten wie Wien, Graz, Klagenfurt, Salzburg und Villach vertreten. Die Wohnungsbestände beider Unternehmen sollen nun zusammengeführt werden. Vonovia hat in diesem Jahr bereits den österreichischen Immobilienkonzern Conwert mit 24 500 Wohnungen übernommen.

Die Chefs von Vonovia und Buwog warben für den Zusammenschluss. "Die Buwog passt hervorragend zu unserem Unternehmen: Die Wohnungsbestände in Deutschland und Österreich ergänzen sich sehr gut", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch. Die Übernahme biete "deutliche Vorteile für Mieter und Aktionäre beider Unternehmen". Buwog-Chef Daniel Riedl sagte, die Vonovia-Offerte berücksichtige angemessen den Wert und die Wachstumsaussichten des Buwog-Wohnungsbestands und die starke Position des Unternehmens im Bereich Entwicklung.

Die Bochumer erwarten von dem Zusammengehen Kostenvorteile in Höhe von rund 30 Millionen Euro pro Jahr. Diese sollen sich aus der gemeinsamen Bewirtschaftung der Immobilien in Deutschland und Österreich ergeben und im Wesentlichen bis Ende 2019 erreicht werden. Bei Vonovia soll sich dies auch positiv auf das operative Ergebnis (Funds from Operations - FFO 1) auswirken.

Für Buwog-Chef Riedl und mehrere andere Manager der österreichischen Gesellschaft haben beide Seiten bereits neue Positionen im fusionierten Unternehmen vereinbart. Riedl soll im Vonovia-Vorstand für das Österreich-Geschäft und die Entwicklung verantwortlich sein. Der bisherige Chef des Buwog-Tagesgeschäfts, Herwig Teufelsdorfer, soll weiterhin den Betrieb in Österreich verantworten. Finanzchef Andreas Segal soll das Unternehmen hingegen nach Abschluss der Transaktion im zweiten Halbjahr 2018 verlassen. Buwog-Aufsichtsratschef Vitus Eckert soll für den Vonovia-Aufsichtsrat kandidieren.