ROUNDUP: Vodafone wirft Auge auf Geschäfte von Liberty Global in Europa

dpa-AFX

LONDON (dpa-AFX) - Der britische Vodafone -Konzern führt Gespräche mit dem Kabel-Konzern Liberty Global über den Kauf einiger seiner Geschäfte in Europa. Die Verhandlungen befänden sich in einem frühen Stadium, teilte Vodafone am Freitagabend in London mit. Ob es tatsächlich zu einer Transaktion komme, sei derzeit noch ungewiss.

Interesse hat Vodafone den Angaben zufolge an Geschäften von Liberty Global auf dem europäischen Kontinent, bei denen es zwischen beiden Firmen Überschneidungen gebe. Fusionsgespräche würden nicht geführt, hieß es.

Die "Financial Times" hatte zuvor auf ihrer Onlineseite berichte, die beiden Firmen hätten die bereits vor Jahren schon einmal geführten Verhandlungen über einen Spartentausch wieder aufgewärmt. Die letzten Gespräche über einen Megadeal auf dem Telekom- und Kabelnetzmarkt zwischen den beiden gab es im Jahr 2015, sie scheiterten aber.

Aktien von Vodafone und Liberty Global zogen daraufhin an - allen voran die A-Aktien von Liberty. Sie kletterten in New York bei 39,49 US-Dollar auf den höchsten Stand seit Sommer 2016. Zuletzt notierten sie bei 38,70 Dollar und verbuchten damit ein Plus von gut 4 Prozent. Vodafone gewannen in London um 2,38 Prozent.

Zuletzt war wieder Bewegung in den europäischen Telekommarkt gekommen. In den Niederlanden legen Vodafone und Liberty Global ihre Geschäfte zusammen, in Österreich griff zuletzt die Deutsche Telekom bei der dortigen Liberty-Global-Tochter UPC Austria zu. Liberty Global gehört zum Reich von US-Medienmogul John Malone. In Großbritannien hat der Konzern mit Virgin Media ebenfalls einen Kabelanbieter. Vodafone ist in weiten Teilen Europas mit Mobilfunk vertreten. In der Branche gibt es eine Tendenz dazu, den Kunden Mobilfunk, Festnetz, Internet und Kabelfernsehen aus einer Hand anzubieten.

Vodafone-Chef Vittorio Colao hatte vergangenes Jahr eine Kombination von Teilen beider Konzerne als einzigen ernstzunehmenden Herausforderer für ehemalige Staatsmonopolisten wie die Deutsche Telekom, die französische Orange oder die britische BT Group bezeichnet.