ROUNDUP: Varta erwartet holprige Geschäfte - Kurzarbeit für 500 Mitarbeiter

ELLWANGEN (dpa-AFX) -Der Batteriekonzern Varta DE000A0TGJ55 steht weiter vor vielen Problemen. Auch im kommenden Jahr wird sich den ersten Planungen zufolge das Geschäft nur mühsam erholen. Die herausfordernde wirtschaftliche Lage und die weltweiten Krisen würden wohl auch 2023 weiterbestehen und für Schwierigkeiten in der Lieferkette, bei den Kosten und der Verbrauchernachfrage sorgen, hieß es am Dienstag vom Konzern aus Ellwangen. "Die Unternehmenssituation ist nach wie vor herausfordernd in einem für uns alle angespannten wirtschaftlichen Umfeld", sagte Vorstandssprecher Markus Hackstein. Jetzt will das im MDax DE0008467416 gelistete Unternehmen nach zwei Quartalsverlusten in Folge mit Kostensenkungen gegensteuern.

Am Standort im schwäbischen Nördlingen werden rund 500 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Ein Unternehmenssprecher sagte, dass die Produktionsbeschäftigten von Dezember bis April in bis zu 80 Prozent Kurzarbeit gehen sollen. In Nördlingen produziert Varta insbesondere kleine Lithium-Ionen-Batterien. Diese Zellen werden beispielsweise in Kopfhörern eingesetzt. Insgesamt arbeiten an dem Standort etwa 800 Mitarbeiter.

Für dieses Jahr peilt das Unternehmen insgesamt noch einen Umsatz zwischen 805 und 820 Millionen Euro an. Das wären über zehn Prozent weniger als im Vorjahr mit 903 Millionen Euro. Varta hatte im September die ursprünglichen Jahresziele kassiert, weil Kunden bei zwei großen Aufträgen weniger Mengen abnahmen. Für 2023 peilt Varta nun 850 bis 880 Millionen Euro Umsatz an.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll dieses Jahr von 283 Millionen im Vorjahr auf 55 bis 60 Millionen Euro sinken. Für das kommende Jahr sind 90 bis 110 Millionen Euro operativer Gewinn einkalkuliert.

Vorläufige Zahlen zum dritten Quartal hatte Varta bereits im Oktober vorgelegt. So ging der Erlös in den Monaten Juli bis September im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 194 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis drehte sogar mit 2,5 Millionen Euro in den Verlustbereich, nachdem ein Jahr zuvor noch 70 Millionen verdient wurden. Unter dem Strich fiel im dritten Quartal ein Verlust von rund 23 Millionen Euro an. Im Vorquartal hatte Varta ebenfalls rote Zahlen geschrieben.