ROUNDUP: US-Wachstum schwächt sich im Herbst ab - Schrumpfung in 2020

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WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Wirtschaftserholung der USA hat sich im Herbst merklich abgeschwächt. Die Wirtschaftsleistung konnte aber trotz neuer Corona-Beschränkungen weiter zulegen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal annualisiert um 4,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington laut einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Wachstum von 4,2 Prozent gerechnet.

Im Gesamtjahr 2020 zeigte die Corona-Krise allerdings deutliche Spuren. So schrumpfte die größte Volkswirtschaft der Welt um 3,5 Prozent. Das war der erste Rückgang der Wirtschaftsleistung seit 2009 und der stärkste seit 1946. Der Rückschlag war aber nicht so stark wie in Deutschland oder der Eurozone.

Im dritten Quartal war die US-Wirtschaft noch drastisch um 33,4 Prozent gewachsen. Dies war eine Reaktion auf den historischen Einbruch im zweiten Quartal und die danach wieder gelockerten Corona-Beschränkungen. Diese wurden allerdings im Herbst in vielen Bundesstaaten angesichts steigender Infektionszahlen wieder verschärft, was auch die wirtschaftlichen Erholung verlangsamt hat. Gestützt wird die Konjunktur durch die robuste Bauwirtschaft, die von niedrigen Zinsen profitiert. Der Dienstleistungssektor leidet hingegen weiter unter den Kontaktbeschränkungen.

Ökonomen verweisen auf die Robustheit der amerikanischen Ökonomie. "Die US-Wirtschaft schafft es immer wieder aufs Neue, gut aus Krisen zu kommen", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Dies gelte trotz einer intensiven Corona-Welle und trotz ausgelaufener öffentlicher Hilfszahlungen an private Haushalte.

Die Volkswirte der Commerzbank zeigen sich zuversichtlich für das Jahr 2021. Die jüngste Abkühlung dürfte nur eine Delle sein. "Denn der Fortschritt bei den Impfungen, fiskalische Hilfen, niedrige Zinsen und die im letzten Jahr angesammelten Ersparnisse der privaten Haushalte sollten die Konjunktur wieder anschieben." Sie erwarten für das Gesamtjahr ein Wirtschaftswachstum von fünf Prozent.

Der US-Dollar geriet nach der Veröffentlichung der Daten unter Druck. Zudem gaben die Kurse von US-Staatsanleihen nach. Die Aktienmärkte reduzierten ihre Verluste.