ROUNDUP: US-Notenbank hält Zins konstant - Dezember-Schritt möglich

dpa-AFX

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins vorerst nicht verändert, hält sich aber die Möglichkeit einer Anhebung im Dezember offen. Wie die Federal Reserve am Mittwoch nach ihrer zweitägigen Zinssitzung mitteilte, liegt der Leitzins "Fed Funds Rate" nach wie vor in einer Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent. Analysten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Zugleich gab sie sich zuversichtlich für die weitere konjunkturelle Entwicklung in den USA, was eine Zinsanhebung vor dem Jahreswechsel möglich erscheinen lässt.

Die US-Wirtschaft sieht die Fed trotz kurzfristiger Auswirkungen der schweren Wirbelstürme Harvey und Irma weiter auf Kurs. Die Gesamtwirtschaft sei trotz der Sturmauswirkungen solide gewachsen. Damit zeigte sich die Fed etwas zuversichtlicher als zuletzt. In ihrer vorherigen Erklärung vom September war von einem "moderaten" Wachstum die Rede gewesen. Auch die Lage am Arbeitsmarkt habe sich weiter gebessert, obwohl zuletzt Arbeitsplätze als Folge der Wirbelstürme abgebaut worden seien. Die Arbeitslosigkeit sei jedoch weiter gesunken.

Die Konsumausgaben hätten sich moderat erhöht, während die Unternehmen ihre Investitionen gesteigert hätten, heißt es in der Erklärung weiter. Die Inflation sei wegen höherer Benzinpreise infolge der Wirbelstürme zwar gestiegen, ansonsten sei die Teuerung aber eher schwach geblieben. Daran dürfte sich laut Fed auch erst einmal wenig ändern, mittelfristig dürfte die Inflation aber in Richtung des Fed-Zielwerts von zwei Prozent steigen.

Ein klares Signal, ob sie ihren Leitzins im Dezember zum dritten Mal in diesem Jahr anheben wird, gab die Notenbank zwar nicht. Sie sprach aber davon, dass nach wie vor graduelle Zinsanhebungen angezeigt seien. An den Finanzmärkten wird derzeit mit einer Zinsstraffung auf der kommenden Sitzung Mitte Dezember gerechnet. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt derzeit, abgeleitet aus den Preisen für Terminkontrakte am Geldmarkt, klar über 80 Prozent. Die jüngsten Entscheidungen im geldpolitischen Rat der Fed (FOMC) fielen einstimmig.

An den Finanzmärkten waren die ersten Reaktionen auf die Zinsentscheidung verhalten. Der US-Dollar gab zu vielen Währungen zunächst nach, konnte dann aber etwas zulegen. Die Renditen von US-Staatsanleihen erholten sich etwas nach der Entscheidung. Der US-Aktienmarkt reagierte kaum.