ROUNDUP: Unternehmen sehen Probleme bei Fachkräften und Breitbandausbau

dpa-AFX

MAGDEBURG (dpa-AFX) - Sachsen-Anhalts Unternehmen blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück, sehen aber auch Risiken für die Zukunft. Zwar hätten im vergangenen Jahr erstmals alle Branchen am Aufschwung teilgehabt, berichteten die Spitzen der Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch. Fachkräftemangel, steigende Arbeitskosten und die Auswirkungen der Energiewende bereiteten aber vielen Betrieben Sorge.

Größte Herausforderung für die Wirtschaft im Land bleibt die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. "Gerade die derzeit boomenden Branchen wie das Bau- und Verkehrsgewerbe sind mit dieser Situation besonders konfrontiert", sagte Magdeburgs IHK-Präsident Klaus Olbricht. Die Auswirkungen seien groß: Aufträge könnten nicht angenommen, ausscheidende Mitarbeiter nicht schnell genug ersetzt werden. Olbricht forderte, auch Länder wie die Ukraine und Kuba in den Blick zu nehmen, um Fachkräfte anzuwerben. Eine neue Bundesregierung müsse sich zudem um ein Einwanderungsgesetz kümmern.

Ein ernstes Hindernis für die Unternehmen sei auch der schleppende Breitbandausbau, sagte die Präsidentin der IHK Halle-Dessau, Carola Schaar. In Sachsen-Anhalt sind derzeit nur rund 51 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet von mindestens 50 Megabit versorgt. "Das ist ein großer Wettbewerbsnachteil für die regionalen Unternehmen", sagte Schaar. Im Nachbarland Sachsen gehe der Ausbau wesentlich zügiger voran. "Es kann doch kein Hexenwerk sein, das auch für unser Land hinzubekommen."

Unterstützung signalisierten die IHK-Präsidenten für die Initiative der ostdeutschen Ministerpräsidenten, die EU-Sanktionen gegen Russland in Frage zu stellen. "Ich halte von diesen Sanktionen gar nichts", sagte Olbricht. Die Maßnahmen führten dazu, dass sich die russische Wirtschaft andere Partner suche. "Die warten nur darauf, uns auszubooten." Wenn die Sanktionen dann aufgehoben werden sollten, werde es die einstigen Handelsbeziehungen der ostdeutschen Wirtschaft nach Russland wahrscheinlich nicht mehr geben.