ROUNDUP: Unicredit verdient wieder Milliarden - Aktie legt weiter zu

dpa-AFX

MAILAND (dpa-AFX) - Die italienische Großbank Unicredit hat im vergangenen Jahr stark vom Konzernumbau und einer besseren Lage der Wirtschaft in Italien profitiert. Nach einem Verlust von 12 Milliarden Euro im Jahr 2016 stand für die zwölf Monate bis Ende Dezember ein Gewinn von fast 5,5 Milliarden Euro in den Büchern. Dabei profitierte die Bank auch von dem Verkauf der Fondstochter Pioneer an den französischen Finanzkonzern Amundi.

Aber auch ohne Sondergewinne und andere außerordentliche Effekte stieg das Ergebnis deutlich. Der bereinigte Gewinn kletterte um 186 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro, wie die HVB-Mutter am Donnerstag in Mailand mitteilte. Haupttreiber war die deutlich gesunkene Risikovorsorge für faule Kredite, die um mehr als ein Drittel zurückging. Aber auch die anderen Kosten sanken, und die Erträge zogen um 1,7 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro an.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Der Kurs der Unicredit-Aktie legte in Mailand bis zum späten Vormittag um rund zwei Prozent auf 17,80 Euro zu. Seit dem Antritt von Vorstandschef Jean Pierre Mustier im Juli 2016 hat sich ihr Wert damit nahezu verdoppelt. Vor der Finanzkrise wurden die Papiere jedoch noch rund zehn Mal so hoch gehandelt wie heute.

Und die heimische Rivalin Intesa Sanpaolo ist an der Börse mit insgesamt gut 50 Milliarden Euro inzwischen deutlich mehr wert als die Unicredit, die nach dem jüngsten Höhenflug wieder auf knapp 40 Milliarden Euro kommt.

Im abgelaufenen Jahr konnte die Unicredit bei Erträgen und Gewinn die Erwartungen der von ihr befragten Analysten jedoch übertreffen. Die Aktionäre sollen nach einer Nullrunde nun wieder eine Dividende bekommen. Diese fällt mit 32 Cent je Aktie etwas höher aus als erwartet. Insgesamt gehen so 700 Millionen Euro oder rund 20 Prozent des um Sonderposten bereinigten Gewinns an die Aktionäre.

Vorstandschef Jean Pierre Mustier hatte im Dezember angekündigt, die Aktionäre mittelfristig wieder stärker am Gewinn zu beteiligen. Sobald die Bank komplett neu aufgestellt sei und genügend Kapital im Haus habe, sollen 30 bis 50 Prozent des Gewinns als Dividende ausgeschüttet werden. Seit seinem Amtsantritt hat Mustier das Volumen fauler Kredite reduziert, Kosten gesenkt, die Strukturen vereinfacht und das Kapital erhöht. Bis 2019 will der Manager die Kosten weiter drosseln und das Risikoprofil der Bank verbessern.