ROUNDUP/U-Boot-Krise: Blinken reist nach Frankreich

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WASHINGTON (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund des heftigen U-Boot-Streits mit Frankreich reist US-Außenminister Antony Blinken zu Gesprächen nach Paris. Blinken werde dort von Montag bis Mittwoch mit Spitzenpolitikern zusammentreffen, teilte das US-Außenministerium mit.

Die für Europa zuständige Top-Diplomatin Karen Donfried räumte am Freitag in einer Telefonschalte mit Journalisten ein, dass "bessere und offenere Konsultationen zwischen Verbündeten" vor der U-Boot-Krise hilfreich gewesen wären. Sie äußerte Verständnis für die französische Haltung, dass für den Wiederaufbau von Vertrauen nicht nur Worte, sondern auch Taten notwendig seien.

Die USA hatten Mitte vergangenen Monats ohne Absprache mit den Verbündeten einen Sicherheitspakt mit Australien und Großbritannien im Indopazifik ins Leben gerufen und damit eine tiefe diplomatische Krise mit Frankreich ausgelöst. Der Pakt ließ ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft Australiens mit Frankreichs platzen, was in Paris zu wütenden Reaktionen führte. Frankreich rief seine Botschafter in den USA und Australien zu Konsultationen zurück. Donfried sagte, Blinken werde bei seinem Besuch die Partnerschaft mit Frankreich unterstreichen. Ob es zu einem Treffen mit Präsident Emmanuel Macron komme, sei noch offen.

Das US-Außenministerium teilte mit, bei Blinkens Gesprächen mit seinem Amtskollegen Jean-Yves Le Drian und anderen Politikern werde es unter anderem um die transatlantischen Beziehungen, die Sicherheit im Indopazifik, die Klimakrise und die Coronavirus-Pandemie gehen. Blinken werde in Paris auch dem Ministerratstreffen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorsitzen. Der Minister werde am Donnerstag weiter nach Mexiko reisen.

Blinken traf am Freitag in Washington den französischen Botschafter Philippe Etienne, der mittlerweile wieder in die US-Hauptstadt zurückgekehrt ist. Beide hätten über die weitere Entwicklung zwischen den beiden Ländern gesprochen, hieß es aus dem US-Außenministerium. Zuvor hatte sich Etienne bereits mit dem nationalen Sicherheitsberater von Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, getroffen.

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