ROUNDUP: Auch Tunesiens Behörden ermitteln gegen Tatverdächtigen von Nizza

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TUNIS (dpa-AFX) - Nach dem tödlichen Messerangriff in Nizza ermitteln auch die tunesischen Behörden gegen den Tatverdächtigen. Dabei soll es sich um einen 21 Jahren alten Tunesier handeln. Gemäß dem Recht des Landes werde jeder Tunesier strafrechtlich verfolgt, der in Terrorakte verstrickt sei, egal ob im Inland oder Ausland, sagte ein tunesischer Justizsprecher. So solle ermittelt werden, ob der Täter in Tunesien möglicherweise Komplizen hatte.

Die staatliche tunesische Nachrichtenagentur TAP meldete am Freitag, es werde auch untersucht, ob ein in den sozialen Medien aufgetauchtes Bekenntnis einer weitgehend unbekannten Terrorgruppe echt sei. Dabei werde geprüft, ob die Gruppe mit dem Namen "Der Mahdi im Süden Tunesiens" überhaupt existiere.

Der Tunesier soll am Donnerstag drei Menschen in Nizza mit einem Messer getötet haben, zwei Opfer wurden in der Kirche Notre-Dame im Stadtzentrum aufgefunden. Die Tat hatte weltweit Entsetzen und Anteilnahme ausgelöst.

Der mutmaßliche Angreifer war dem italienischen Innenministerium zufolge im September illegal auf der Mittelmeerinsel Lampedusa angekommen. Nach italienischen Agenturberichten ging er mit anderen Bootsmigranten an Land und wurde im Oktober ins süditalienische Bari, die Hauptstadt Apuliens, gebracht. Dort soll er abgetaucht sein.

Der Tatverdächtige kommt dem arabischen Nachrichtensender Al-Arabija zufolge aus einem Ort nahe der tunesischen Küstenstadt Sfax. Die Mutter sagte dem Sender, ihr Sohn habe sie in dieser Woche angerufen und erzählt, dass er nach Frankreich gereist sei. Von seinen Plänen habe sie nichts gewusst. Der Bruder des mutmaßlichen Angreifers erklärte dem Sender, dieser habe gesagt, er wolle vor der Kirche die Nacht verbringen. Er habe ihm von dort auch ein Foto geschickt.