ROUNDUP: Terror-Attacke im Thalys-Zug - Prozess beginnt in Paris

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PARIS (dpa-AFX) - Gut fünf Jahre nach einem vereitelten Terrorangriff in einem Thalys-Zug nach Paris hat am Montag der Prozess gegen vier Beschuldigte begonnen. Der Hauptangeklagte gab die Tat vor einem Gericht in der französischen Hauptstadt zu, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Der heute 31-jährige Islamist hatte im August 2015 in dem Hochgeschwindigkeitszug das Feuer eröffnet, konnte jedoch von Fahrgästen überwältigt werden. Zwei Menschen wurden verletzt. Der Prozess soll bis Mitte Dezember dauern.

Neben dem Schützen müssen sich auch drei mutmaßliche Helfer vor Gericht verantworten. Die Attacke in dem Zug auf dem Weg von Amsterdam nach Paris erregte damals internationales Aufsehen. Drei junge Touristen aus den USA wirkten dabei mit, den Angreifer zu überwältigen. Die "Thalys-Helden" erhielten später als Dank die französische Staatsbürgerschaft. US-Regisseur Clint Eastwood verfilmte ihre Geschichte unter dem Titel "The 15:17 to Paris".

Der Prozess begann mit der Mahnung des Vorsitzenden Richters, sich an die coronabedingten Gesundheitsvorgaben zu halten, wie der Sender France Inter berichtete. Demnach schilderte der aus Marokko stammende Schütze später seine Lebensgeschichte. Er habe einige Zeit in Spanien und Belgien gelebt und sei auch nach Syrien gereist, um sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Als Beruf gab er demnach Konditor an.

Eigentlich hätte am Montag auch der seit Anfang September laufende Prozess um den islamistischen Terroranschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar 2015 fortgesetzt werden sollen. Er war wegen mehrerer Corona-Infektionen unterbrochen worden. Nun wurde er erneut um eine weitere Woche vertagt.