ROUNDUP: Telekom-Tochter T-Mobile hält sich bedeckt zu möglicher Sprint-Fusion

dpa-AFX

BELLEVUE (dpa-AFX) - T-Mobile US erfreut die Bonner Konzernmutter Deutsche Telekom weiter mit einem kräftigen Wachstum. Doch um das derzeit spannendste Thema - die angeblichen Fusionsverhandlungen mit dem Rivalen Sprint - will sich der Vorstandschef der US-Tochter, John Legere, nicht äußern. "Angesichts all der Gerüchte" habe er sichergehen wollen, dass die Zahlen für das dritte Quartal und nicht die "Spekulationen" Beachtung finden, sagte Legere in einem am Montag veröffentlichten Video-Blog.

Hintergrund: Seit Monaten machen Berichte über einen Zusammenschluss mit Sprint die Runde, zuletzt hatten US-Medien die Spekulationen weiter angeheizt. An den Kundenzahlen gemessen ist T-Mobile die Nummer Drei auf dem US-Mobilfunkmarkt, Sprint rangiert an vierter Stelle. Die Unternehmen hatten bereits in der Vergangenheit fusionieren wollen, was jedoch an den US-Kartellbehörden scheiterte.

Für die Bonner ist die US-Tochter ein wichtiger Gewinnlieferant, deshalb wird auch hierzulande mit Spannung verfolgt, wie die Zukunft von T-Mobile aussehen könnte. Fragen dazu wollte sich das Management jedoch nicht stellen. Mit dem vorab aufgezeichneten Video drückte sich Legere um den öffentlichen Dialog mit Analysten und Investoren, der bei Vorlage der vierteljährlichen Geschäftsberichte üblich ist.

Geschäftlich läuft es indes weiter rund: Nach einem starken dritten Quartal erwartet T-Mobile US erneut mehr Gewinn. Von Juli bis Ende September verdiente die US-Mobilfunksparte der Bonner dank steten Kundenzustroms unterm Strich 550 Millionen Dollar (468 Mio Euro) und damit die Hälfte mehr als im Vorjahreszeitraum. Das teilte das Unternehmen am US-Sitz in Bellevue im Bundesstaat Washington mit.

Im Gesamtjahr rechnet US-Chef Legere nun mit 10,8 bis 11,0 Milliarden Dollar beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Bisher standen 10,5 bis 10,9 Milliarden Dollar im Plan. Auch bei den rentablen Vertragskunden unter eigenen Marken wird T-Mobile wieder optimistischer. Ihre Anzahl soll 2017 um 3,3 bis 3,6 Millionen steigen - am unteren Ende der Spanne sind das 300 000 mehr als bisher.

Der Umsatz kletterte im dritten Quartal um acht Prozent auf gut zehn Milliarden Dollar, das bereinigte operative Ergebnis um fünf Prozent auf 2,82 Milliarden. Damit fielen die Zahlen insgesamt deutlich besser aus als von Analysten erwartet. Anlegern nahmen die Ergebnisse trotz der anhaltenden Ungewissheit in Sachen Sprint positiv auf, die Aktie stieg vorbörslich zunächst um gut ein Prozent.