ROUNDUP/Studie: Klimapaket wirkt sich wenig auf Beschäftigung aus

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Auf das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung in Deutschland wird sich das Klimapaket nach Ansicht von Experten nur gering auswirken. Es wird nach einer am Donnerstag veröffentlichten Studie aber dazu führen, dass in manchen Branchen und Berufen neue Arbeitsplätze entstehen, während woanders welche wegfallen. "Das Klimapaket wird unter dem Strich keinen Jobverlust verursachen", sagte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Vor Weihnachten hatten sich Bund und Länder nach langem Ringen auf ein Klimapaket geeinigt, das unter anderem höhere Preise für fossile Brennstoffe und einen Steuerbonus für Gebäudesanierungen vorsieht. Vor allem der Preis für den Ausstoß von CO2 und die Flugsteuer werden sich der Untersuchung zufolge in den Portemonnaies der Verbraucher bemerkbar machen und dadurch das Wirtschaftswachstum langfristig leicht ausbremsen. 2035 wird das Bruttoinlandsprodukt danach um 4 Milliarden Euro und damit um 0,1 Prozent geringer ausfallen.

Besonders das Baugewerbe profitiert von dem im Klimapaket vorgesehenen Steuerbonus auf neue Fenster, Heizungen und Isolation, so dass dort neue Jobs entstehen werden. In der Industrie und der Transportbranche werden dagegen Arbeitsplätze gestrichen. Die Arbeitsmarktforscher erwarten, dass 23 000 zusätzliche Arbeitsplätze im Jahr 2025 entstehen, wenn die meisten Maßnahmen aus dem Klimaschutzprogramm umgesetzt sind. Dieses Plus wird jedoch nicht von Dauer sein. "Mit Wegfall der baulichen Maßnahmen werden die neu geschaffenen Stellen im Baugewerbe wieder verschwinden", heißt es in der Studie.

Das Klimapaket sieht aber auch günstigere Bahntickets, niedrigere Strompreise und eine höhere Pendlerpauschale vor, um die Belastungen für die Bürger abzufedern. Ohne diese Kompensationen wären die negativen Effekte größer, sagte Weber. Ihre Wirkung sei insgesamt aber gering.