ROUNDUP: Steinhoff profitiert von Übernahmen - Europageschäft auf gutem Weg

dpa-AFX

AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der Möbel- und Einzelhändler Steinhoff erntet weiterhin die Früchte seiner jüngsten Einkaufstour. Aber auch aus eigener Kraft kam das Unternehmen in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres 2016/17 weiter voran. Dazu bei trugen vor allem gute Geschäfte in Europa und in Afrika bei, wie Steinhoff am Donnerstag in Amsterdam mitteilte

Die im Mittelwerte-Index MDax notierte Steinhoff-Aktie kletterte am Morgen um 0,76 Prozent auf 3,98 Euro und hielt sich damit etwas besser als der Gesamtmarkt. Am vergangenen Donnerstag war das Papier um mehr als 10 Prozent eingebrochen, nachdem Vorwürfe wegen unredlicher Geschäftspraktiken und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg öffentlich geworden waren. Der Konzern sieht sich indes zu Unrecht an den Pranger gestellt.

In den ersten drei Quartalen bis Ende Juni konnte Steinhoff seinen Umsatz kräftig steigern. Die Erlöse kletterten um 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 14,9 Milliarden Euro. Zukäufe herausgerechnet betrug der Zuwachs 8 Prozent.

In Europa, wo das Unternehmen zuletzt etwas mehr als die Hälfte seiner Erlöse erwirtschaftete, kletterte der Umsatz um ein Viertel. Dies war zu großen Teilen der im vergangenen Jahr unter Dach und Fach gebrachten Übernahme der britischen Billigkette Poundland zu verdanken. Ohne sie hätte der Zuwachs lediglich ein Prozent betragen, so Steinhoff. Für das Gesamtjahr zeigte sich das Management zuversichtlich: Das Europageschäft bleibe auf dem Weg zu einem guten operativen Gewinnwachstum.

In Südafrika kämpfte der Konzern nach eigenen Angaben zwar mit einem sehr schwierigen Konsumumfeld, konnte aber einen Zuwachs auf vergleichbarer Fläche bei allen zur Gruppe gehörenden Einzelhändlern vorweisen. Zudem profitierte der Konzern von einem Anstieg des südafrikanischen Rand. Steinhoff will sein Afrika-Geschäft bis Ende September an die Börse bringen. Unter dem Namen Star sind darin neben Möbel- und Textilketten auch Elektronikhändler, Baustoffmärkte und Finanzdienstleitungen gebündelt. Künftig soll dazu auch die Supermarktkette Shoprite zählen, für die sich Steinhoff vor Kurzem Optionszusagen der Eigentümer gesichert hat.

Steinhoff ist ein Konzern mit Rechtssitz in Amsterdam und einem operativen Hauptquartier in Südafrika. In Deutschland ist das Unternehmen vor allem durch seine Poco-Möbelhäuser bekannt. In den USA hatte der Konzern im vergangenen Jahr den Matratzenhändler Matress Firm zugekauft und zügig mit einem Markenumbau begonnen. Zudem trennte sich Matress Firm im Frühjahr von seinem bis dahin größten Matratzenzulieferer Tempur. Dies habe vorübergehend für Unterbrechungen im Geschäft gesorgt, für das Steinhoff nun aber eine Rückkehr zum Wachstum in Aussicht stellte. Nach dem dritten Quartal seien Umsätze und Margen in den USA wieder angezogen.