ROUNDUP: Stabilus blickt wegen Rohstoff-Knappheit zurückhaltend auf 2022

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KOBLENZ/LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus <LU1066226637> blickt vorsichtig optimistisch auf das neue Geschäftsjahr. Das Management um Unternehmenschef Michael Büchsner beobachte aufmerksam die Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Rohstoffen und Vorprodukten, teilte das Unternehmen am Freitag bei der Vorlage seiner vorläufigen Bilanz in Luxemburg mit. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September 2022 soll der Umsatz auf 940 bis 990 Millionen Euro zulegen und damit etwas weniger stark als von Analysten erwartet. Vom Erlös sollen 14 bis 15 Prozent als bereinigter Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigte Ebit-Marge) hängen bleiben. Die Aktie rutschte am Morgen über drei Prozent ab.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichte Stabilus bei einem Umsatz von knapp 938 Millionen Euro eine Marge von 14,4 Prozent und erfüllte damit seine selbst gesetzten Ziele. Angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie sei er mit der positiven Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufrieden, sagte Büchsner laut Mitteilung. In allen Regionen und Geschäftsbereichen sei Stabilus prozentual zweistellig gewachsen.

Den größten Umsatzanteil lieferte die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) mit 464 Millionen Euro. Am stärksten wuchs der Umsatz in der Region Asien-Pazifik (APAC) mit einem währungsbereinigten Zuwachs von gut 34 Prozent. Ausschlaggebend für das starke Wachstum in allen Regionen seien die im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Fahrzeugproduktion, höhere Einbauraten der Stabilus-Produkte sowie die Erholung des Industriegeschäfts, hieß es weiter.

Das überproportional starke Wachstum im asiatisch-pazifischen Raum führte auch zu überdurchschnittlich starkem Wachstum im sogenannten Powerise-Segment. Der Geschäftsbereich, in dem Stabilus unter anderem Gasfedern und Dämpfer anbietet, legte ein organisches Umsatzwachstum von gut 23 Prozent hin. Auch das Industrie-Geschäft erholte sich dank der weltweiten wirtschaftlichen Erholung und übertraf mit 377 Millionen Euro Umsatz das Vorkrisenniveau.

Im Corona-Jahr hatte noch die Abwertung immaterieller Vermögenswerte den Stabilus-Gewinn belastet. Nun legte er um 146 Prozent auf rund 74 Millionen Euro zu. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr weniger Forderungen verkauft (Factoring), was den freien Mittelzufluss etwas reduzierte.

Die Anleger reagierten enttäuscht auf den zurückhaltenden Ausblick. Sie schickten die Aktie zu Handelsbeginn fast vier Prozent abwärts auf 65,70 Euro. Damit bekommt die seit Mitte September anhaltende Erholung einen deutlichen Dämpfer. Auf Jahressicht hat der Kurs schon einige Berge und Täler hinter sich, momentan steht für die vergangenen zwölf Monate ein Plus von etwas über 18 Prozent zu Buche.

An den mittelfristigen Zielen bis 2025 hält das Unternehmen fest. Demnach soll der Umsatz bis 2025 jährlich im Schnitt um sechs Prozent steigen. Zudem strebt das Management eine bereinigte operative Marge von 15 Prozent an. Die endgültigen Zahlen will das Unternehmen am 10. Dezember veröffentlichen.

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