ROUNDUP: Spanische Telefonica profitiert vom Schuldenabbau - Aktie steigt

dpa-AFX

MADRID (dpa-AFX) - Der spanische Telekomkonzern Telefonica ist dank seiner kräftig wachsenden lateinamerikanischen Töchter im zweiten Quartal schneller vorangekommen. Auch im extra erfassten wichtigen brasilianischen Markt konnte die Mutter des deutschen Ablegers O2 trotz politischer Krise zulegen. Unter dem Strich kam den Spaniern zugute, dass Konzernchef Jose-Maria Alvarez Pallate bei seinem geplanten Schuldenabbau vorankommt und auch die Zinsen weiter niedrig sind. Zudem fielen die Steuern niedriger aus. Das trieb den Gewinn um 18 Prozent auf 821 Millionen Euro in die Höhe. Die Aktie kletterte in Madrid um 3 Prozent.

Insgesamt legten die Erlöse im Vorjahresvergleich um rund zwei Prozent auf knapp 13 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in Madrid mitteilte. Ohne den Einfluss von Wechselkursen sowie Zu- und Verkäufen wäre das ein Plus von 3,1 Prozent gewesen und damit mehr als im Vorquartal. Insbesondere im schwer kriselnden Venezuela sorgen die Währungsverhältnisse für Turbulenzen. In dem Land ist kaum freier Devisenhandel möglich und es existieren keine offiziellen Wechselkurse.

Das Umsatzplus lag auch daran, dass Telefonica mehr Wert auf Preiserhöhungen und besser ausgestattete Tarife legte. Der durchschnittliche Rechnungsbetrag je Kunde stieg um mehr als 3 Prozent. Zudem wächst der mobile Datenverkehr weiter schnell - um 83 Prozent im Jahresvergleich.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um rund sechs Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Die Prognose, dass die operative Marge im laufenden Jahr um bis zu einen Prozentpunkt zulegen soll, behielt das Management bei.

In Deutschland waren die Umsätze der Tochter O2 weiter unter Druck geblieben, Telefonica Deutschland kam allerdings bei den Einsparungen infolge der milliardenschweren Übernahme weiter voran und konnte das Ergebnis wie am Vortag berichtet deutlich steigern. Das Geschäft in Großbritannien, das Telefonica verkaufen wollte, litt unter dem Wertverfall beim britischen Pfund nach dem Brexit-Votum. Von einem deutlichen Umsatzwachstum aus eigener Kraft kam in Madrid in Euro gerechnet daher ein Rückgang an.