ROUNDUP: SMA Solar mit Gewinnsprung trotz Lieferkettenproblemen - Kursfeuerwerk

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NIESTETAL (dpa-AFX) - Die weltweiten Lieferkettenprobleme bremsen den Solartechnikkonzern SMA Solar <DE000A0DJ6J9> bei guter Auftragslage aus. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs in den ersten neun Monaten verdiente der Wechselrichterspezialist aber wesentlich mehr als ein Jahr zuvor. Das Management hält wegen Materialmangel an den im September gekappten Jahresprognosen fest, schöpft aber mit Blick auf 2022 Mut. Der Konzern werde mit einem hohen Auftragsbestand in das nächste Jahr starten, "für das wir insgesamt ein deutliches Umsatzwachstum erwarten", sagte Vorstandssprecher Jürgen Reinert am Mittwoch laut Mitteilung in Niestetal.

Für die Börse kam insbesondere der jüngste Gewinnanstieg überraschend. Die Aktie schoss in der Spitze um fast ein Fünftel in die Höhe und erreichte ein Dreimonatshoch. Zuletzt betrug das Plus bei 46,70 Euro noch rund zwölf Prozent, womit das Papier alle SDax <DE0009653386>-Mitglieder weit hinter sich ließ.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) habe im dritten Quartal die Erwartungen ebenso übertroffen wie ein überraschender Nettogewinn, hieß es von Händlerseite. Unter dem Strich hätten Marktexperten im Schnitt mit einem knappen Verlust gerechnet. Beim Umsatz hingegen sei SMA knapp hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Der Erlös von SMA Solar sank von Januar bis September um knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 745 Millionen Euro, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um fast 28 Prozent auf rund 53 Millionen Euro stieg. Unter dem Strich kamen 15,3 Millionen Euro heraus nach 9,2 Millionen vor einem Jahr, damals waren deutlich höhere betriebliche Kosten angefallen.

Der Konzern begründete den Gewinnanstieg auch mit dem Verkauf profitablerer Produkte im Geschäft mit kleineren Photovoltaikanlagen. Zudem profitierte der Bereich auch von der halbjährlich durchzuführenden Neubewertung von Rückstellungen, die als Gewährleistung für bereits verkaufte Produkte getätigt werden. Dies hatte einen positiven Effekt im niedrigen einstelligen Millionenbereich, sodass das Segment "Home Solutions" sein operatives Ergebnis in den ersten neun Monaten mehr als verdoppeln konnte.

Dagegen verzeichnete SMA Solar mit seinem größten Standbein, dem Geschäft mit Solar- und Batteriespeicher-Kraftwerken, im Tagesgeschäft Verluste: Hier machten sich vor allem gestiegene Transportkosten, fehlende Bauteile und Projektverschiebungen bemerkbar. Auch der Bereich für mittelgroße Anlagen schrieb operativ rote Zahlen, er litt neben dem Materialmangel auch unter der Investitionszurückhaltung der Kunden.

Zwar entwickle sich der Auftragseingang sehr gut, doch im dritten Quartal habe sich die Versorgungslage noch deutlich verschärft, hieß es vom Unternehmen weiter. Bevor es 2022 wieder aufwärts gehen soll, rechnet SMA Solar auch im Schlussquartal mit negativen Effekten durch Lieferkettenprobleme.

Aus diesem Grund hatte der Vorstand bereits vor zwei Monaten seine Ziele für das Jahr gesenkt. Beim Umsatz sind demnach 0,98 bis 1,03 Milliarden Euro eingeplant nach 1,027 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll von 71,5 Millionen im Vorjahr im besten Fall auf 65 Millionen Euro zurückgehen.

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