ROUNDUP: SLM setzt weiter auf wichtige Messe im November - Schwaches Halbjahr

dpa-AFX

LÜBECK (dpa-AFX) - Der 3D-Drucker-Hersteller SLM Solutions ringt weiter mit der geplatzten Übernahme durch den US-Konzern General Electric im vergangenen Jahr. Der Umsatz ging im ersten Halbjahr um 13,5 Millionen Euro auf 29 Millionen Euro zurück und der Verlust fiel deutlich höher aus als in den ersten sechs Monaten 2016, wie das Unternehmen am Donnerstag in Lübeck mitteilte. Ein Grund dafür ist die Unsicherheit infolge der gescheiterten Übernahme und der dadurch verschobenen Projekte.

Das Ergebnis fiel noch schlechter aus als Experten erwartet hatten. Die Ziele seien jetzt nur noch schwer zu erreichen, sagte ein Händler. Die im TecDax notierte Aktie sackte vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um fast zehn Prozent ab. SLM Solutions setzt weiter ganz auf die für die Branche wichtige Messe Formnext im November und bestätigte die Prognose für das laufende Jahr. Hoffnung macht auch die bisher größte Einzelbestellung der Firmengeschichte im Juni, die allerdings bereits bekannt ist. Der Auftragseingang zog im ersten Halbjahr deshalb an.

Für die mittelfristige Entwicklung der Aktie spielen die Zahlen derzeit eher eine untergeordnete Rolle, da viele Investoren darauf setzen, dass sich ein neuer Interessent für das Unternehmen findet. Analysten wie Equinet-Experte Cengiz Sen warnen hier jedoch vor überzogenen Erwartungen. Er sieht nur begrenztes Potenzial nach oben und ein hohes Abschlagsrisiko. Er stuft das Papier derzeit mit Reduce und einem Kursziel von 27,50 Euro ein. Die meisten Experten halten sich derzeit zurück. So empfiehlt derzeit nur die Deutsche Bank das Papier zum Kauf.

Die Aktie konnte sich im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von 13 Prozent auf 36,80 Euro zum Xetra-Schluss vom Mittwoch von ihrem Knick nach der geplatzten Übernahme erholen, entwickelte sich aber deutlich schlechter als andere Technologietitel. Der Kurs liegt zudem leicht unter dem von GE aufgerufenen Gebot von 38 Euro je Aktie und ist zirka ein Fünftel von dem Rekordniveau aus dem September 2016 entfernt, als noch einige auf eine Erhöhung des GE-Gebots gesetzt hatten.

GE hatte Ende Oktober die erst wenige Wochen davor angekündigte Übernahme von SLM abgeblasen. Der amerikanische Konzern hatte 38 Euro je Aktie oder insgesamt 683 Millionen Euro geboten. Sie wollten aber mindestens 75 Prozent der Anteile erhalten, um das Unternehmen vollständig kontrollieren zu können. Da einige Anleger, unter anderem der für seine Störfeuer bekannte Finanzinvestor Paul Singer, mehr rausschlagen wollten und deshalb ihre Anteile nicht anboten, zog sich GE zurück und kaufte stattdessen den SLM-Konkurrenten Concept Laser, der nicht an der Börse notiert ist.