ROUNDUP: Santander kann sich weiter auf Brasilien-Geschäft verlassen

dpa-AFX

SANTANDER (dpa-AFX) - Ein starkes Geschäft in Brasilien lässt die spanische Großbank Santander ihre Sorgen im Heimatmarkt vergessen. Dank eines Gewinnsprungs in dem südamerikanischen Land - dem wichtigsten Markt für Santander - konnten die hohen Kosten für die Integration der übernommenen spanischen Krisenbank Banco Popular Español abgefedert werden.

Unter dem Strich ging der Gewinn zwar im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro zurück, wie die Bank am Donnerstag in Madrid mitteilte. Die Eingliederung der Krisenbank Banco Popular Español belastete das Ergebnis alleine mit 300 Millionen Euro. Dazu kamen weitere Sondereffekte von 215 Millionen Euro - so kostete der Umbau des Deutschland-Geschäfts 85 Millionen Euro.

Ohne die Sonderbelastungen wäre das Ergebnis indes um 20 Prozent auf annähernd 2 Milliarden Euro gestiegen. Von Bloomberg befragte Experten hatten auf dieser Basis mit einem Gewinn von rund 1,8 Milliarden Euro gerechnet.

An der Börse sorgten die Zahlen und die Hoffnung auf eine Entspannung in der Katalonien-Krise für Erleichterung: Die zuletzt wegen der Eskalation rund um die Unabhängigkeit Kataloniens unter Druck stehende Aktie erholte sich von ihren jüngsten Rückschlägen und legte um mehr als 3 Prozent zu. Auch andere spanische Bankaktien konnten deutlich zulegen.

Santander profitiert von der breiten regionalen Aufstellung. So erwirtschafte die Bank in den ersten neun Monaten jeweils rund die Hälfte ihrer Gewinne in Amerika und Europa. Zudem hängt die spanische Großbank nicht so stark vom Ergebnis im stark vom Kapitalmarkt abhängigen Investmentbanking ab - hier hatten viele Konkurrenten wie die Deutsche Bank zuletzt deutlich weniger Geschäft gemacht.

Dank des ausgeglichenen Geschäftsmodells stieg die Aktie trotz einer Milliarden-Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Banco-Popular-Kaufs in den vergangenen zwölf Monaten um rund ein Drittel. Mit einem Börsenwert von 90 Milliarden Euro ist sie die wertvollste Bank der Eurozone. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank kommt gerade mal auf ein Drittel dieses Werts.