ROUNDUP: Südafrika erhielt 80 000 Dosen des Johnson & Johnson-Impfstoffs

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JOHANNESBURG (dpa-AFX) - Südafrika hat die ersten 80 000 Dosen des Corona-Impfstoffs des Pharmakonzerns Johnson & Johnson <US4781601046> erhalten. Als einer der ersten wurde am Mittwoch Nachmittag Präsident Cyril Ramaphosa vor laufenden Kameras in einem Krankenhaus bei Kapstadt geimpft. "Dieser Tag stellt einen echten Wendepunkt für uns Südafrikaner dar", sagte er nach der Impfung. Zuvor hatten bereits einige Mitarbeiter des Krankenhauses ihre Impf-Dosis erhalten.

Die Ladung war laut Regierungsangaben am Dienstagabend auf dem Johannesburger Flughafen eingetroffen. Sie soll vorrangig an das Personal des Gesundheitswesens gehen. "Der Impfstoff wurde von Südafrikas Behörde für Gesundheitsprodukte genehmigt", teilte das Gesundheitsministerium in einer Erklärung mit. Von dem Impfstoff hat auch die EU-Kommission Mengen für mindestens 200 Millionen Menschen geordert; er muss aber in der Europäischen Union erst noch von der zuständigen Behörde zugelassen werden. Das Besondere ist, dass er voraussichtlich nur einmal gespritzt werden muss.

Laut offiziellen Angaben hat sich der Kap-Staat neun Millionen Dosen dieses Impfstoffs gesichert, nachdem eine zuvor geplante Impfaktion mit dem Präparat von Astrazeneca <GB0009895292> wegen der Zweifel an dessen Wirksamkeit gegen die im Lande vorherrschende Coronavirus-Variante kurzfristig ausgesetzt worden war. Gesundheitsminister Zweli Mkhize teilte im Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass diese Dosen nun der Afrikanischen Union (AU) zur Verteilung an interessierte Länder auf dem Kontinent angeboten werden sollen.

Das Astrazeneca-Präparat schützt bei einer zunächst in Südafrika entdeckten Variante möglicherweise weniger vor milden und schweren Verläufen von Covid-19. Wegen dieser ansteckenderen Variante des Virus stufte die Bundesregierung den Kap-Staat Anfang Februar als Corona-Risikogebiet mit besonders gefährlichen Virusmutationen ein. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem zahlenmäßig am stärksten betroffenen afrikanischen Land knapp 1,5 Millionen Infektionen registriert, gut 48 300 Menschen starben an den Folgen.