ROUNDUP: Rheinmetall-Kunden bestellen viel Munition - Aktie legt zu

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall <DE0007030009> rechnet angesichts des Ukraine-Kriegs weiterhin mit deutlich anziehenden Geschäften in diesem Jahr. Im ersten Quartal konnte der Konzern den Umsatz aber noch nicht steigern. Die Erlöse blieben mit knapp 1,3 Milliarden Euro praktisch auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums, wie Rheinmetall am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Allerdings füllten sich die Auftragsbücher: In der Artillerie- und Munitionssparte verfünffachte sich der Bestelleingang auf mehr als 1,1 Milliarden Euro. Hier spielte ein Munitionsgroßauftrag aus Ungarn eine zentrale Rolle.

An der Börse ging es für die Rheinmetall-Aktie nach einem schwachen Start aufwärts. Mit einem Kursanstieg um 0,81 Prozent auf 212,70 Euro gehörte das Papier am Vormittag zu den wenigen Gewinnern im MDax <DE0008467416>, dem Index der mittelgroßen Werte. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine Ende Februar hat sich der Kurs der Aktie mehr als verdoppelt. Inzwischen wird sie gut zweieinhalb Mal so teuer gehandelt wie kurz vor dem Jahreswechsel.

Für das Gesamtjahr erwartet Rheinmetall-Chef Armin Papperger nach wie vor ein Umsatzplus von 15 bis 20 Prozent im Konzern - vorausgesetzt, Deutschland stellt wie geplant ein Investitionspaket von gut 100 Milliarden Euro bereit, um mit dem Kauf von Waffen und anderen Rüstungsgütern die Bundeswehr auszurüsten. Die Anschaffungen würden sich über mehrere Jahre hinziehen.

Im laufenden Jahr soll bei Rheinmetall mehr als elf Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn übrig bleiben. Im ersten Quartal lag diese Marge nur bei 7,3 Prozent, obwohl das operative Ergebnis im Jahresvergleich um fast zehn Prozent auf 92 Millionen Euro stieg. Auf die Rheinmetall-Aktionäre entfiel dabei ein Überschuss von 48 Millionen Euro, eine Million weniger als ein Jahr zuvor.

Rheinmetall hatte schon kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eine Liste relativ schnell verfügbarer Produkte vorgelegt, darunter Panzer, Lastwagen und Munition. Die Düsseldorfer Waffenschmiede hofft darauf, dass der Bund zumindest bei einem Teil der Liste zugreift. Zudem dürfte Rheinmetall angesichts der Bedrohungslage durch Russland auch aus anderen Staaten mehr Aufträge bekommen.

An die Ukraine will der Rüstungskonzern Marder-Schützenpanzer und Leopard-Kampfpanzer liefern. Beide angebotenen Typen sind alt, sollen aber modernisiert werden.

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