ROUNDUP: Qiagen hebt Jahresziele nach starkem Start an - Aktie legt zu

VENLO (dpa-AFX) - Der Diagnostikspezialist und Labordienstleister Qiagen <NL0012169213> wird nach einem guten Jahresstart etwas optimistischer für 2022. Allerdings rechnet der Vorstand nicht damit, die Spitzenwerte aus dem vergangenen Jahr noch einmal zu schaffen. Hoffnung schöpfen die Manager aus einer positiven Umsatzentwicklung in den ersten drei Monaten des Jahres, die deutlich über den Erwartungen der Analysten lag. Anleger zeigten sich erfreut. Der Aktienkurs von Qiagen legte am Mittwochvormittag um rund drei Prozent zu und gehörte damit zu den stärksten Werten im Leitindex Dax <DE0008469008>. Allerdings hat das Papier, das 2021 auch von Übernahmefantasie profitiert hatte, seit dem Mehrjahreshoch im November rund zwölf Prozent verloren.

Der Konzernumsatz solle auf Jahressicht wechselkursbereinigt auf mindestens 2,12 Milliarden US-Dollar (knapp zwei Mrd Euro) steigen, teilte der Konzern überraschend am Dienstagabend im niederländischen Venlo mit. Bisher wurden mindestens 2,07 Milliarden Dollar angepeilt, nach einem Erlös von 2,25 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) soll nun bei mindestens 2,14 Dollar liegen, nach 2,65 Dollar im Vorjahr. Auch hier war der Vorstand bislang von einem noch niedrigeren Wert ausgegangen.

In der Prognose sei bereits eine instabile Entwicklung der Corona-Pandemie einberechnet, hieß es. Auch enthalte sie negative Auswirkungen durch Umsatzeinbußen in Russland, der Ukraine und Belarus infolge des Krieges. Vergangenes Jahr hatten die Länder rund ein Prozent der Gesamterlöse ausgemacht.

Qiagen will unterdessen unabhängiger von seinem Erfolg mit coronabezogenen Produkten wie Tests werden. An der Unterteilung zwischen Nicht-Covid-19-Erzeugnissen und Corona-Artikeln änderte sich im ersten Quartal allerdings nichts. So machten Produkte ohne Bezug zum Coronavirus erneut rund 64 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Verglichen mit dem Vorjahr wies die Sparte sogar ein leicht schwächeres Wachstum aus.

Insgesamt konnte der Konzern den Erlös der ersten drei Monate um elf Prozent steigern. Mit rund 628 Millionen Dollar übertraf das Unternehmen zudem die Expertenschätzung bei weitem. Auch das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie (EPS) fiel mit 80 US-Cent besser aus als vermutet.

Als bereinigtes operatives Ergebnis blieb mit 232 Millionen Dollar fast ein Fünftel mehr vom Umsatz übrig als noch im Vorjahreszeitraum. Die entsprechende Marge fiel minimal schlechter aus, weil Qiagen für erhöhte Produktionskapazitäten mehr Geld in die Hand nehmen musste. Zudem seien im Vergleichszeitraum geringere Betriebskosten angefallen, hieß es. Der Konzerngewinn fiel 20 Prozent höher aus und lag dieses Mal bei 155 Millionen Euro.

Die Zahlen des Diagnostikdienstleisters hätten ohnehin recht hohe Erwartungen noch übertroffen, sagte ein Händler. Der Umsatz liege um sechs Prozent über der Markterwartung. Positiv überrascht hätten die mit Covid-19 verbundenen Erträge, die trotz einer hohen Vergleichsbasis aus dem Vorjahreszeitraum nochmals stark gestiegen seien.

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