ROUNDUP: Puma kann Lieferkettenproblemen noch trotzen und wird optimistischer

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HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Der Sportartikelhersteller Puma <DE0006969603> hat im dritten Quartal den anhaltenden Problemen in der Lieferkette getrotzt und bei Umsatz und Gewinn deutlich zugelegt. Zudem zeigte sich der Adidas<DE000A1EWWW0>-Rivale und Dax<DE0008469008>-Aufsteiger optimistischer für das laufende Jahr. Konzernchef Björn Gulden sieht für zu viel Euphorie jedoch keinen Anlass: Die Lieferprobleme, hohe Frachtkosten und die Corona-Pandemie dürften anhalten. Der Manager stimmte dabei auf ein schwächeres viertes Quartal ein.

Im Gesamtjahr 2021 soll der Umsatz währungsbereinigt um mindestens 25 Prozent steigen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Herzogenaurach mit. Bislang hatte Puma lediglich mindestens 20 Prozent in Aussicht gestellt. Beim operativen Ergebnis (Ebit) hob das Management das untere Ende der Spanne um 50 Millionen Euro an und erwartet nun 450 Millionen bis 500 Millionen Euro. Dies wäre das beste operative Ergebnis in der Geschichte von Puma, sagte Gulden in einer Telefonkonferenz.

Dies deutet jedoch auf ein schwächeres Schlussquartal hin. Denn nach neun Monaten stehen bislang ein währungsbereinigtes Umsatzplus von rund 39 Prozent sowie ein operatives Ergebnis von 492 Millionen zu Buche. Damit könnte im schlechtesten Fall sogar ein operativer Verlust in den letzten drei Monaten des Jahres anfallen. Dies hängt Gulden zufolge von der weiteren Entwicklung bei den derzeit herrschenden Lieferproblemen ab.

Die über mehrere Wochen im Sommer wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Fabriken in Südvietnam arbeiteten wieder, liefen jedoch nicht mit voller Kapazität, erläuterte der Manager. Dies soll möglichst Ende November wieder der Fall sein. Die entstandenen Produktionsausfälle dürften sich jedoch negativ auf das vierte Quartal sowie den Jahresauftakt 2022 auswirken. Die Situation bei den Lagerbeständen sei durch die Unterbrechungen angespannt.

Auch die schwierige Liefersituation mit hohen Frachtraten, unzureichenden Kapazitäten und überlasteten Häfen werde im Schlussquartal anhalten. Zudem sei die Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden, so Gulden.

Im dritten Quartal sprangen die Umsätze sowohl nominal als auch währungsbereinigt um rund 20 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, angetrieben durch ein starkes Wachstum in der Region Amerika. Schwierig bleibt die Situation in China: So wirkten die Boykottaufrufe gegen westliche Marken aus dem Frühjahr, die durch politischen Spannungen zwischen westlichen Staaten und China ausgelöst wurden, weiter nach. So gingen die Umsätze im für Puma wichtigen Markt Gulden zufolge währungsbereinigt um 16 Prozent zurück. Nichtsdestotrotz sei das Geschäft "gesund" und weiter von guter Profitabilität gekennzeichnet. Aber das Wachstum fehle. Mittelfristig bleibt Gulden für den chinesischen Markt dennoch optimistisch. Er räumte jedoch ein, dass die Situation schwieriger sei als zunächst angenommen.

Das operative Ergebnis verbesserte sich im dritten Quartal von 190 Millionen auf rund 229 Millionen Euro, was mehr war als von Analysten erwartet. Dabei konnte Puma höhere Kosten im Zusammenhang mit Lieferkettenproblemen ausgleichen. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 144 Millionen Euro, nach 114 Millionen Euro im Vorjahr. Gulden machte jedoch kein Hehl daraus, dass das Wachstum bei Umsatz und Gewinn bei einer normalisierten Liefersituation deutlich höher ausgefallen wäre.

Der Markt zeigte sich dennoch erleichtert. Die Aktie gewann am Vormittag rund 3 Prozent. Das Quartal sei stark ausgefallen, kommentierte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank in einer ersten Einschätzung. Puma habe jegliche Erwartungen übertroffen. Asien sei jedoch die Achillesferse des Geschäfts, mahnte er.

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