ROUNDUP: Probleme bei Lieferketten bremsen Erholung der britischen Konjunktur

·Lesedauer: 1 Min.

LONDON (dpa-AFX) - Die britische Wirtschaft hat ihre Erholung vom Corona-Einbruch fortgesetzt, Probleme mit Lieferketten haben das Wachstum aber deutlich verlangsamt. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 1,3 Prozent zu, wie das Statistikamt ONS am Donnerstag in London nach einer Schätzung mitteilte. Das Wachstum folgt auf ein besonders starkes zweites Quartal, in dem die Wirtschaft um 5,5 Prozent gewachsen war.

Im Frühjahr hatten die Unternehmen kräftig von der Lockerung zahlreicher Corona-Maßnahmen profitiert. Laut ONS ist auch das Wachstum im Sommer überwiegend auf diese Lockerungen zurückzuführen. Allerdings liegt die Wirtschaftsleistung immer noch 2,1 Prozent unter dem vor der Pandemie erzielten Niveau.

Weil Zehntausende Lastwagenfahrer fehlen, stauen sich in einigen britischen Häfen die Container. Die Nachschubsorgen betrafen etwa den Automobilsektor, der unter dem weltweiten Mangel an Halbleitern leidet, sowie die Bauindustrie, bei der es wegen fehlender Materialien zu Verzögerungen kam.

Treiber war der Gesundheitssektor. Besuche bei Hausärzten nahmen deutlich zu: Einerseits suchten viele Briten vor dem Start der Grippesaison einen Arzt auf, andererseits führte die Wiedereröffnung von Büros und Schulen zu mehr Ansteckungen. Auch Anwälte verzeichneten gute Geschäfte, da viele Immobilienkäufer den Erwerb noch vor Ende einer coronabedingten Aussetzung der Stempelsteuer - ähnlich der Grunderwerbsteuer - abschließen wollten.

Die Bank of England hatte für das dritte Quartal ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent erwartet und rechnet für das letzte Quartal nur noch mit einem Plus von 1,0 Prozent. Experten warnen nun vor einer Stagflation - Einer steigenden Inflation bei stagnierendem Wirtschaftswachstum. Derzeit steigen die Lebenshaltungskosten deutlich.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.