ROUNDUP: Nemetschek will mit Zukäufen an die Umsatz-Milliarde kommen

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Softwarehersteller Nemetschek <DE0006452907> will sein Wachstum unter seinem neuen Chef Axel Kaufmann mit Übernahmen beschleunigen. "Wir sind in eine Größenordnung hineingewachsen, in der wir große und mittelgroße Zukäufe stemmen können", sagte der seit jetzt knapp einem Jahr amtierende Kaufmann der "Euro am Sonntag". "Wir sehen uns Firmen in Europa und Amerika an." Der Umsatz des auf Bausoftware spezialisierten MDax-Konzerns <DE0008467416> Nemetschek soll so von zuletzt 557 Millionen Euro "in einigen Jahren der Schwelle von einer Milliarde Euro nahe kommen".

Aus eigener Kraft könne man jährlich neun bis zehn Prozent zulegen, sagte er weiter. Nemetschek hatte erst Ende Oktober die Prognosen für 2020 erhöht. Demnach soll der Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen und die Marge auf Basis des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebitda) zwischen 28 und 29 (2019: 29,8) Prozent liegen. Kaufmann kündigte höhere Investitionen etwa in die Konvertierung von Software für Architekten von 2D auf 3D an.

Um das Wachstum zu stemmen, soll es auch wieder Neueinstellungen geben. Wegen der Unsicherheiten seien für dieses Jahr 200 geplante Stellen nicht besetzt worden. "Sobald sich die Geschäftsaussichten stabilisieren, werden wir die Bremse bei den Neueinstellungen sofort lockern, sagte Kaufmann. Eine operative Rendite von deutlich mehr als 30 Prozent habe demgegenüber nicht oberste Priorität. Der 51-Jährige führt Nemetschek seit Jahresanfang. Zuvor war er Finanzvorstand beim Küchenausrüster Rational <DE0007010803>.

Wegen der zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung, aber auch wegen der Corona-Pandemie und der Naturkatastrophen blickt er mit Sorge auf die USA. "Ich bin besorgt ... Das belastet auch unsere Mannschaft. Es wühlt die Leute auch privat auf." Nemetschek hat Ende 2019 für 70 Millionen Dollar die US-Firma Red Giant übernommen. Sie soll in der Mediensparte mit Maxon zu einer neun Einheit zusammengeführt werden. „Der jüngste Zukauf hilft uns, ein zweites, weitgehend unabhängiges Standbein aufzubauen."

Die Nemetschek-Aktie ist seit Kaufmanns Amtsantritt trotz der Corona-Krise um 13 Prozent gestiegen, damit zwar etwas weniger als die Papiere anderer Software-Hersteller wie Compugroup <DE0005437305> oder Teamviewer <DE000A2YN900>. Aber über die vergangenen fünf Jahre gesehen liegt Nemetschek mit einem Plus von fast 400 Prozent deutlich vor den Konkurrenten. Der Börsenwert des Unternehmens liegt inzwischen bei 7,7 Milliarden Euro.