ROUNDUP: Morgan Stanley umschifft Flaute am Finanzmarkt

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Investmentbank Morgan Stanley hat trotz einer Flaute am Finanzmarkt im zweiten Quartal weiter Fahrt aufgenommen. Nach den Zuwächsen des ersten Quartals lagen Erträge und Gewinn auch in den Monaten April bis Juni merklich höher als ein Jahr zuvor, wie der Goldman-Sachs-Konkurrent am Mittwoch in New York mitteilte. Im vorbörslichen New Yorker Handel gewann die Morgan-Stanley-Aktie zweieinhalb Prozent an Wert.

Als Glücksfall erwies sich das für die Bank wichtige Geschäft mit der Vermögensverwaltung, das deutlich mehr Geld abwarf. Zudem übertraf das Geschäft rund um Übernahmen oder Börsengänge die Erwartungen von Analysten. Im Handel mit Anleihen musste Morgan Stanley zwar Rückgänge hinnehmen, diese hielten sich aber im Vergleich zu vielen Konkurrenten in Grenzen.

Vor diesem Hintergrund legten die Erträge im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar (8,2 Mrd Euro) zu. Unter dem Strich verdiente Morgan Stanley annähernd 1,8 Milliarden US-Dollar, eine Steigerung um 11 Prozent.

In den vergangenen Monaten war die politische Unsicherheit mehr und mehr aus dem Markt gewichen. Anleger hatten entsprechend seltener ihre Portfolios umgeschichtet, somit nahmen Banken weniger Gebühren ein. Beim Morgan-Stanley-Erzrivalen Goldman Sachs brach das Handelsgeschäft mit Anleihen, Rohstoffen und Währungen um 40 Prozent ein. Auch andere US-Großbanken verzeichneten teilweise Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich. Bei Morgan Stanley betrug das Minus derweil um die 8 Prozent.

"Die Ergebnisse des zweiten Quartals zeigen, wie widerstandsfähig unser Geschäftsmodell in einem gedämpften Handelsumfeld ist", erklärte Bankchef James Gorman. Der Manager hatte Morgan Stanley nach den Erfahrungen der Finanzkrise unabhängiger vom schwankungsanfälligen und riskanten Handelsgeschäft gemacht. Er baute dazu insbesondere die als stabil geltende Vermögensverwaltung aus.

Mit Morgan Stanley haben nun alle bedeutenden US-Banken ihre Geschäftsergebnisse vorgelegt. Der amerikanische Branchenprimus JPMorgan Chase verdiente mit 7,0 Milliarden US-Dollar am meisten. Nun wird der Stab an die europäischen Banken übergeben. Am Donnerstag kommender Woche legt die Deutsche Bank ihre Geschäftszahlen vor, in der ersten Augustwoche ist die Commerzbank an der Reihe. Von den Gewinnen ihrer US-Kollegen können die deutschen Geldhäuser aber nur träumen. Sie kämpfen mit hausgemachten Problemen und den im Vergleich zu den USA niedrigen Zinsen.