ROUNDUP: Kion wächst weiter - hohe Kosten drücken auf Gewinn

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Gabelstapler-Hersteller Kion <DE000KGX8881> leidet weiter unter den gestörten Lieferketten und gestiegenen Kosten. Hinzu kamen erneute Corona-Lockdowns in China und auch der Krieg in der Ukraine habe die Lage weiter verschärft, teilte das Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage seiner Quartalszahlen in Frankfurt mit. Zwar sorgen die Wachstumstrends in der Logistikbranche weiter für viele Aufträge, Kion verdiente aber deutlich weniger.

Die Anfang April zurückgezogenen Jahresziele lässt der Konzern weiter ausgesetzt. Man wolle aber im Verlauf der kommenden sechs Monate eine neue Prognose aufstellen, hieß es nun. Die Aktie gewann am Donnerstagmorgen nach anfänglichen Verlusten 0,9 Prozent und grenzte die Verluste seit Jahresbeginn damit etwas ein. Anleger des MDax <DE0008467416>-Werts müssen seitdem einen Abschlag von 55,3 Prozent verkraften.

Kions Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 11,4 Prozent auf 5,54 Milliarden Euro, dabei half vor allem das volle Auftragsbuch aus 2021. Als bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben mit 311,7 Millionen Euro aber nur noch zwei Drittel von dem Vorjahreswert. Hier wirkten sich die gestörten Lieferketten und höhere Kosten für Material, Energie und Logistik aus. Die operative Marge reduzierte sich damit von 9,3 auf 5,6 Prozent und das Konzernergebnis fiel um 45 Prozent auf knapp 160 Millionen Euro. Darin enthalten sind bereits im Auftaktquartal erfasste Sondereffekte aus dem Russland-Geschäft von insgesamt 30 Millionen Euro nach Steuern.

Der globale Markt für Material-Handhabung ist laut Kion im ersten Halbjahr moderat gewachsen und auch die Frankfurter erhielten im ersten Halbjahr Aufträge im Wert von knapp 6,66 Milliarden Euro, rund 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings legte bei Kion nur das Segment Bereich Industrial Trucks & Services (ITS) zu, indem der Konzern beispielsweise sogenannte Flurförderzeuge wie Gabelstapler anbietet.

Dennoch wuchs der Segmentumsatz dank eines starken Auftragsbestands aus dem Vorjahr. Gleichzeitig trug das Neugeschäft damit aber kaum zum Umsatzanstieg des Konzerns bei, weil Kion wegen fehlender Teile die Fahrzeuge nur schleppend ausliefern kann. Die erhöhten Preise kamen deshalb kaum zur Geltung, und so ging das bereinigte operative Ergebnis des Segments um fast ein Drittel auf 198 Millionen Euro zurück.

In seinem zweiten Kernsegment Supply Chain Solutions (SCS) konnte Kion nicht von der globalen Nachfrage profitieren - das Neugeschäft stagnierte. Der Umsatz konnte jedoch gesteigert werden, wobei auch Währungseffekte Rückenwind gaben. Kion bietet hier Lieferketten-Lösungen zum Beispiel in Form von Sortiersystemen und automatisierten Lagersystem an. Es ist das Zukunftsgeschäft des Konzerns und soll mit der Zeit einen immer größeren Anteil ausmachen. Allerdings musste das Unternehmen im ersten Halbjahr auch in diesem margenstärkeren Geschäft Einbußen hinnehmen. Die operative Marge reduzierte sich auf 7,1 Prozent, wobei Kion hier eigentlich nächstes Jahr 12 bis 14 Prozent erreichen will. Allerdings befinden sich auch die 2023er Ziele momentan auf dem Prüfstand.

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