ROUNDUP: Kion verdient in Corona-Krise weniger - Auftragslage robust

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Gabelstaplerhersteller Kion <DE000KGX8881> hat im dritten Quartal wegen der Turbulenzen in der Corona-Krise weniger verdient als im Vorjahr. Wegen einer schwächeren Nachfrage nach Gabelstaplern und anderen Flurförderzeugen wie Hubwagen sank der Umsatz um 4 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) ging um gut ein Viertel auf 159,1 Millionen Euro zurück, übertraf dabei aber die Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich verdiente Kion mit 81,9 Millionen Euro knapp ein Drittel weniger.

Positiv entwickelte sich hingegen das Geschäft mit automatisierten Lager- und Sortiersystemen und anderer Technik für die Lieferkettenlogistik. Hier profitiert Kion vom boomenden Onlinehandel. In den ersten neun Monaten stiegen in dem Segment die Auftragseingänge um rund 35 Prozent. Damit konnte Kion den Rückgang bei Flurförderzeugen mehr als ausgleichen und kommt nach neun Monaten auf ein Auftragsplus von insgesamt 2,8 Prozent. Der Auftragsbestand lag per Ende September bei 4,1 Milliarden Euro, ein Plus von rund 14 Prozent.

Die im Mittelwerteindex MDax gelistete Aktie legte am Vormittag zunächst um rund 1,3 Prozent zu, gab ihre Gewinne dann aber wieder ab und lag zuletzt 0,4 Prozent im Minus. Mit den Aufträgen und dem Umsatz liege der Staplerhersteller im Rahmen der Erwartungen, schrieb JPMorgan Analyst Akash Gupta in einer Ersteinschätzung. Beim bereinigten Ebit habe das Unternehmen sowohl seine als auch die Markterwartungen übertroffen.

Einen neuen Ausblick hatte Kion bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht. Demzufolge kann das gute Geschäft mit der automatisierten Lagertechnik die Schwäche bei Flurförderzeugen auch im Gesamtjahr nicht ausgleichen. So rechnet der Vorstand für das laufende Jahr mit einem Umsatz von 7,85 bis 8,45 Milliarden Euro. Damit bleibt Kion voraussichtlich klar hinter den 8,8 Milliarden aus dem Vorjahr zurück. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) dürfte 465 bis 545 Millionen Euro erreichen. Das wären etwa 36 bis 45 Prozent weniger als im Vorjahr.

Hoffnung macht der Auftragseingang - zumindest insgesamt. So erwartet die Kion-Führung in diesem Jahr dank der guten Nachfrage in der Automatisierungstechnik Bestellungen im Wert von 8,9 bis 9,6 Milliarden Euro. Damit könnte das Unternehmen besser abschneiden als im Vorjahr, als sich die Neuaufträge auf 9,1 Milliarden Euro belaufen hatten.