ROUNDUP: Jungheinrich übertrifft Erwartungen und hebt Ziele - Aktie im Plus

dpa-AFX

HAMBURG (dpa-AFX) - Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich traut sich dank einer hohen Nachfrage in China und Osteuropa im laufenden Geschäftsjahr etwas mehr zu. Man erwarte für 2017 sowohl mehr Aufträge als auch mehr Umsatz als bislang, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Wie schon zum Jahresstart fielen die Geschäftsergebnisse im zweiten Quartal besser aus als von Analysten erwartet. Vor allem das Neugeschäft trug wieder zum Zuwachs bei. Die Aktie, die ohnehin schon seit einiger Zeit zu den besten deutschen Nebenwerten im MDax zählt, setzte ihren Aufwärtstrend fort und stieg im frühen Handel um 1 Prozent.

"Wir blicken mit einer Auftragsreichweite von mehr als vier Monaten und der Marktdynamik insbesondere in Europa positiv auf die zweite Jahreshälfte" sagte Konzernchef Hans-Georg Frey. Demnach soll der Auftragseingang 2017 nun zwischen 3,45 und 3,55 Milliarden Euro liegen - zuvor war das Unternehmen noch von einem Wert zwischen 3,4 und 3,5 Milliarden Euro ausgegangen. Beim Umsatz erwartet der Logistikspezialist eine Bandbreite von 3,35 und 3,45 Milliarden Euro, während zuvor 3,3 bis 3,4 Milliarden Euro angedacht waren. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll zudem am oberen Ende der angepeilten Spanne von 250 und 260 Millionen Euro liegen.

Dank einer gestiegenen Nachfrage in China, Osteuropa aber auch den USA sind die Erlöse von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahr um 10,3 Prozent auf 843 Millionen Euro geklettert. Das Ebit legte um rund 4,5 Prozent auf 67,3 Millionen Euro zu. Die Erwartungen der Analysten konnte Jungheinrich damit jeweils übertreffen. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 45,9 Millionen Euro hängen.

Mit Blick auf die einzelnen Unternehmenssegmente lief es vor allem wieder im Neugeschäft, also bei der Entwicklung, der Produktion und dem Verkauf von Neugeräten gut. Hier zog der Umsatz auf Halbjahressicht um 22 Prozent an. Auch bei den von Jungheinrich angebotenen Finanzdienstleistungen lagen die Erlöse fast 14 Prozent über dem Vorjahreswert. Zu einem leichten Rückgang kam es indes bei der Vermietung von neuen und gebrauchten Gabelstaplern, was jedoch auf einen recht hohen Vergleichswert aus dem Vorjahr zurückzuführen sei. Damals hatte die Einbringung der Mietfahrzeuge in ein 2015 mit dem chinesischen Gabelstaplerbauer Heli gegründetes Gemeinschaftsunternehmen zu einem starken Umsatzanstieg in diesem Segment geführt.

An der Börse gab das Zahlenwerk des Kion-Konkurrenten der Aktie einen leichten Auftrieb. So zog das Papier im frühen Handel um 1 Prozent an, nachdem es bereits vorbörslich um rund 2 Prozent gestiegen war. Commerzbank-Analyst Sebastian Growe bezeichnete die Kennziffern von Jungheinrich in einer Studie vom Dienstag als "solide". Für Kurssprünge oder steigende Konsenschätzungen dürften sie seiner Meinung nach jedoch nicht führen. Wegen der zuletzt guten Entwicklung des Unternehmens befindet sich die im MDax notierte Aktie schon seit Jahren im Höhenflug. Mit einem Plus von rund 280 Prozent in den vergangenen fünf Jahren gehörte das Papier zu den besten deutschen Nebenwerten in diesem Zeitraum.