ROUNDUP: Juli zu warm und trocken - Feuerwehr wegen Bränden im Dauereinsatz

BERLIN (dpa-AFX) - Sehr sonnig, zu heiß und zu trocken: Das ist die Bilanz des Deutschen Wetterdienstes für den Juli 2022. Der Temperatur-Durchschnitt in zweiten Sommermonat des Jahres lag nach einer ersten Auswertung bei 19,2 Grad und damit 2,3 Grad über dem international gültigen Vergleichswert der Jahre 1961 bis 1990. Selbst im Vergleich zur wärmeren Referenzperiode der Jahre 1991 bis 2020 betrug die Abweichung noch 0,9 Grad. "Dürre und Hitze waren die Grundlage für zahlreiche Feld- und Waldbrände", teilte der DWD mit. Am Freitag kämpften Feuerwehren in Brandenburg und Sachsen noch immer gegen Flammen. Nicht anders sieht es in Mittel- und Südeuropa aus.

Brandenburg: Seit Montag brennt es im Süden des Bundeslandes im Kreis Elbe-Elster. Nach Angaben des Landkreises kämpften die Einsatzkräfte am Freitagnachmittag noch gegen Glutnester. Erst am Mittwoch war das Feuer an einigen Stellen wieder aufgeflammt. Hubschrauber, Löschpanzer und Wasserwerfer sind im Einsatz. Nach Angaben eines Landkreissprechers sind die 360 Feuerwehrleute noch auf einem Gebiet von rund 430 Hektar mit Löscharbeiten und Kontrollen beschäftigt. Zuvor hatte eine Drohne exakte Einsatzinformationen geliefert. Die Arbeiten werden durch alte Granaten und Munition im Boden erschwert.

Sachsen: Wegen des Brandes im hinteren Teil des Elbsandsteingebirges gilt nun für die Stadt Sebnitz Katastrophenalarm. In Bad Schandau wurde er schon am Dienstag ausgerufen, um so leichter Einsatzkräfte ins Brandgebiet zu schicken. Im Nationalpark Sächsische Schweiz konzentrierten sich die Anstrengungen der Feuerwehr am Freitag darauf, dass sich die Flammen nicht auf andere Gebiete ausbreiten. Am Donnerstagabend seien auch jenseits des Flüsschens Kirnitzsch Brandnester entdeckt und gelöscht worden, sagte der Sprecher des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Thomas Kunz. Die Brandbekämpfer hätten eigentlich gehofft, dass die Kirnitzsch für den Brand wie eine natürliche Barriere wirke. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) brach wegen der Lage seinen Urlaub ab und wollte sich vor Ort einen Überblick verschaffen.

Frankreich: In fast allen Gebieten des französischen Festlands ist es aktuell sehr trocken. Immer wieder brachen in den vergangenen Tagen Feuer aus, etwa in den südostfranzösischen Départements Ardèche und Hérault. Gleichzeitig wurden mehrere Menschen wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen. Für Aufsehen sorgte die Festnahme eines freiwilligen Feuerwehrmanns, der gestand, in den vergangenen drei Jahren und auch in den vergangenen Monaten mehrere Brände in Südfrankreich entfacht zu haben.

Griechenland: Dort bleibt die Waldbrandgefahr nach wochenlanger Trockenheit weiterhin hoch. Jeden Tag müssen die Feuerwehrleute zu Dutzenden neuen Brandherden ausrücken. Alle großen Feuer der vergangenen zehn Tage sind aber mittlerweile unter Kontrolle. Die Feuerwehr stufte das Waldbrandrisiko in den meisten Regionen der Halbinsel Peloponnes, in Mittelgriechenland mit der Hauptstadt Athen sowie auf den Kykladeninseln und Inseln der östlichen Ägäis als "sehr hoch" ein. Dazu trägt das Wetter bei: Regen ist nicht in Sicht, die Temperaturen sollen am Wochenende bei 34 bis örtlich 39 Grad liegen.

Italien: In vielen Teilen des Landes bleibt die Gefahr von Waldbränden hoch. Abermals wurden Feuer in Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens gemeldet, wo es den ganzen Monat über immer wieder Wald- und Buschbrände gab. Zwei Löschflugzeuge, die in den vergangenen Tagen in den Waldbrandgebieten in Tschechien im Einsatz waren, steuerten am Freitag den Flughafen Triest an, um kurz darauf in umliegende Brandgebiete aufzubrechen. Nördlich von Triest unweit der Grenze zu Slowenien wurde eine Ortschaft evakuiert, weil sich ein Brand in Richtung von Wohngebieten ausgebreitet hat.

Portugal und Spanien: Nach den verheerenden Waldbränden der vergangenen Wochen hat die Feuerwehr in den Urlaubsländern nun ruhigere Tage. Mancherorts brannte es noch immer auf der Iberischen Halbinsel. Kleinere Feuer wüteten am Freitag etwa in den Regionen Kastilien und León sowie Galicien im Westen und Nordwesten Spaniens. Mit einer Zerstörung von bisher insgesamt mehr als 220 000 Hektar Wald - etwa 85 Prozent der Fläche des Saarlandes - erlebt Spanien das schlimmste Waldbrand-Jahr der vergangenen Jahrzehnte. In Portugal bereitete ein Feuer den etwa 3500 Bewohnern der Gemeinde Vila Pouca de Aguiar, rund 100 Kilometer nordöstlich von Porto, Sorgen.

Tschechien: Seit dem Ausbruch des Brandes auf tschechischer Seite an der Grenze zu Sachsen am Sonntag sind bereits rund 1000 Hektar Wald in Flammen aufgegangen. Täglich sind dort mehr als 450 Feuerwehrleute im Einsatz. Das Feuer sei noch nicht unter Kontrolle. Zur Bekämpfung des Brands im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz stellte Schweden zwei Löschflugzeuge zur Verfügung.

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