ROUNDUP/IPO: Hellofresh nimmt zweiten Anlauf an die Börse

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Der Kochboxenversender Hellofresh wagt einen zweiten Versuch an der Börse. Das Unternehmen bereite eine Notierung im geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse vor, teilte Hellofresh am Dienstag mit. Das geplante öffentliche Angebot soll eine Kapitalerhöhung von etwa 250 Millionen bis 300 Millionen Euro umfassen. Die Erlöse will das Unternehmen vor allem in die Expansion des Geschäfts stecken.

Hellofresh, an der die Startupschmiede Rocket Internet beteiligt ist, hatte Ende 2015 schon einmal versucht, an die Börse zu gehen, machte dann aber einen Rückzieher. Mitgründer Dominik Richter bezeichnete den jetzigen Zeitpunkt als den "richtigen Moment" für einen Börsengang. Zum genauen Zeitplan des Börsenganges wollte sich eine Sprecherin von Hellofresh nicht äußern. In der Regel folgt auf die Absichtserklärung der Prospekt mit weiteren Details zum Börsengang in den kommenden Wochen darauf. So hielt es beispielsweise der ebenfalls zu Rocket gehörende Essenslieferdienst Delivery Hero, der knapp zwei Wochen nach der Absichtserklärung seinen Prospekt vorlegte.

Die Rocket-Aktie stieg zu Handelsbeginn um 1,5 Prozent. Ein Börsengang von Hellofresh war schon länger erwartet worden, hatte jedoch nach dem missglückten IPO des US-Pendants Blue Apron Ende Juni einen Dämpfer erlitten. Blue Apron hatte nach dem Börsengang Kundenverluste eingestanden und vor einem weiterhin schwachen Geschäft gewarnt, wovon sich die Aktie bislang nicht erholt hat. Investoren zogen daraufhin Rückschlüsse auch auf Hellofresh, die in der Folge den Rocket-Kurs kräftig belastet hatten.

Hellofresh wurde 2011 gegründet und lieferte mit über 2000 Mitarbeitern im zweiten Quartal insgesamt 33,7 Millionen Mahlzeiten an die etwa 1,3 Millionen aktiven Kunden aus. Der Umsatz betrug 230 Millionen Euro. Das Unternehmen schreibt dabei noch Verluste - will aber innerhalb der nächsten 15 Monate die Gewinnschwelle beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) sowie mittelfristig eine bereinigte Ebitda-Marge von 12 bis 15 Prozent erreichen.